"profil": "Braune Flecken"-Studie der Sozialdemokratischen Partei abgeschlossen
- SP: 10% der Nachkriegs-Abgeordneten bei NSDAP
- Problematische Äußerungen Karl Renners gefunden
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgaben berichtet, ist die Studie über den Umgang der Sozialdemokratischen Partei mit ehemaligen Nationalsozialisten in der Zeit nach 1945 abgeschlossen. Sechs Wissenschafter haben fünf Jahre lang an der Untersuchung gearbeitet.
Dabei wurden auch bisher unter Verschluss gehaltene Protokolle der Sitzungen des SPÖ-Parteivorstands in den ersten Monaten nach Kriegsende ausgewertet. Die Wissenschafter fanden darin bisher unbekannte, höchst problematische Aussagen des provisorischen Kanzlers Karl Renner. So hatte Renner bei einer SPÖ-Vorstandssitzung im Oktober 1945 gemeint, dass ihm, "wenn die außenpolitischen Auswirkung nicht dagewesen wäre, der braune Faschismus lieber als der schwarze gewesen wäre".
Unter den SPÖ-Abgeordneten in National- und Bundesrat, sowie in den Landtagen nach 1945 waren zehn Prozent zuvor NSDAP-Mitglied gewesen. Bei der ÖVP waren mit zwölf Prozent der Abgeordneten noch mehr Ex-Nazis untergeschlüpft.
In einem "profil"-Interview fordert SPÖ-Chef Gusenbauer die ÖVP auf, auch sie möge ihre Geschichte aufarbeiten, wie dies die SPÖ mit ihrer Studie getan habe. Es bestehe der begründete Verdacht, "dass hier viel Material vorhanden ist, dem sich die ÖVP nicht mit offenem Blick stellen will". In FPÖ und BZÖ setze er diesbezüglich keine Hoffnungen.
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