"Abwehrkampf" gegen Türkei: Grazer VP-Bürgermeister Nagl heizt die Stimmung an!
- Vehementes Eintreten gegen Beitritt Ankaras zur EU
- FP-Strache erfreut. SP: "Rassismus und Populismus"
·EU-Kommission für Türkei-Verhandlung
Mitgliedschaft unsicher:
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·Der lange Weg zur EU-Mitgliedschaft
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·Das EU-Mandat für die Verhandlungen
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·EU berät mit Türkei über den Beitritt!
MITSTIMMEN: Soll Türkei der EU beitreten dürfen?
Mit heftigen Worten hat sich der Grazer ÖVP-Bürgermeister Nagl am Donnerstag in einem ORF-Interview gegen einen möglichen EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen. Das wäre das Ende der Europäischen Union, meinte Nagl. "Graz war immer das letzte Bollwerk eines westlichen Europas gegenüber der Türkei. Wir führen diesen Abwehrkampf heute nur mit anderen Mitteln, das ist die Diplomatie," so Nagl.
Zum Thema Türkei und EU müsse sich endlich einmal ein Bürgermeister zu Wort melden, denn die Herrschaften in Brüssel hätten das Ohr nicht nah genug an der Bevölkerung, sagte Nagl mitten im steirischen Landtagswahlkampf. In der Türkei würden Menschen gefoltert, die Wirtschaftskraft entspreche nur 22 Prozent des europäischen Durchschnitts. Außerdem gebe es eine Urangst in der heimischen Bevölkerung, die in der Geschichte begründet sei.
Zu einem eventuellen Beitritt und Verhandlungen meinte Nagl laut ORF: "Man sollte einfach sagen, heiraten wollen wir euch nicht. Wir wollen gute Nachbarn sein, aber keinesfalls, dass ihr in unserem Wohnzimmer sitzt".
Erfreut über die Aussagen des ÖVP-Bürgermeisters zeigte sich die FPÖ. Seine Partei bekomme in der Türkei-Frage offenbar jetzt von Teilen der Volkspartei Unterstützung, stellte FPÖ-Obmann Strache fest. Die Aussage, der Beitritt der Türkei sei das Ende der EU, sei um so erfreulicher, als die ÖVP mit Bundeskanzler Schüssel "ja bisher den Beitritt der Türkei forciert" habe.
Der Grazer SPÖ-Klubchef Herper warf Nagl hingegen Rassismus und Populismus vor und forderte eine Entschudigung bei den türkischen Einwohnern von Graz. Die Junge Generation der SPÖ meinte, "gezielt aufhetzende und fremdenfeindliche Aussagen sind des Oberhaupts einer Menschenrechtsstadt nicht würdig".
(apa/red)
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