Donnerstag, 30. Juni 2005

Juni war warm und trocken: Dürre & Hitze haben Österreich nur abgeschwächt erreicht

  • Temperaturen um bis zu 2,5° über Normalwert
  • PLUS: So wird das Wetter in den nächsten Tagen

Warm und verbreitet trocken - so präsentierte sich heuer der Juni laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Österreich. Demnach liegen die Monatsmittel der Temperatur vom Bodensee bis in den Süden Oberösterreichs sowie bis in große Teile der Obersteiermark und bis Kärnten um etwa 1,5 bis 2,5 Grad Celsius über dem Normalwert.

Weiter östlich waren die Temperaturen im Schnitt um 0,5 bis 1,5 Grad zu hoch. Damit war dieser Juni laut ZAMG zwar warm, aber doch drei bis vier Grad "kälter" als der Rekord-Juni 2003.

In Ostösterreich blieb auch die Anzahl der heißen Tage mit mindestens 30 Grad bescheiden: St. Pölten und Wien-Hohe Warte erreichten diese Marke nur an einem Tag, Eisenstadt an drei Tagen.

Grund für die nicht allzu hohen Monatsmittel ist den Meteorologen zufolge ein mehr als eine Woche dauernder Kälteeinbruch in der ersten Monatshälfte mit Schnee auf den Bergen und Pässen. Von der Monatsmitte bis Mittwoch blieben die Temperaturen dann ununterbrochen über den Normalwerten.

Der absolut höchste Wert des Monats wurde mit 34,7 Grad am 24. Juni am Flughafen Innsbruck erreicht, ein Wert, der an diesem Ort noch nie zuvor im Juni gemessen worden war. Den absoluten Tiefstwert des Monats, von den Bergen abgesehen, meldete Seefeld am 11. Juni mit minus 1,4 Grad.

Die Niederschläge haben bis Donnerstag früh verbreitet weniger als 75 Prozent des langjährigen Durchschnitts erreicht, an vielen Messorten von Nordtirol bis Kärnten und bis in das östliche Niederösterreich sogar weniger als 50 Prozent. Einige heftige Gewitterregen sorgten kleinräumig im Bundesland Salzburg, im Westen Niederösterreichs sowie vom Schneeberg über den Semmering bis Graz für zumindest statistisch annähernd normale Niederschlagsmengen.

Herausragend war im Juni 2005 der enorme Regen vom 25. Juni in Zell am See. Die Tagesmenge von 94 Millimeter ergab schon eine neue Rekordmenge für diese Stadt. Noch bemerkenswerter war aber die Tatsache, dass beinahe 80 Millimeter davon in nur 40 Minuten gefallen sind - mit großer Wahrscheinlichkeit ein Jahrhundertereignis.

Die Anzahl der Sonnenstunden wird den Normalwert überall erreichen, strichweise auch mehr oder weniger deutlich übertreffen. In den Landeshauptstädten wurden bisher maximal 270 Stunden in Bregenz und minimal 203 Stunden in Salzburg registriert. In Prozenten des langjährigen Mittels führt ebenfalls Bregenz mit 130 Prozent, Schlusslicht ist St. Pölten mit 99 Prozent.

Das erste Halbjahr 2005 war für die Meteorologen nicht besonders auffällig. Die Temperaturen lagen laut ZAMG knapp unter oder knapp über dem langjährigen Durchschnitt. Auch die Niederschläge bewegten sich wegen des Schnee reichen Winters meist im Rahmen - über dem Mittelwert bis maximal knapp zehn Prozent darunter.

Allerdings war der Nordosten Österreichs laut ZAMG gerade in den jüngsten Wochen nicht gerade mit Regen verwöhnt, was durchaus zu Problemen in der Landwirtschaft führen könnte. Statistisch wirklich zu trocken waren bisher Kärnten und Osttirol, wo heuer deutlich weniger Niederschläge fielen als im langjährigen Durchschnitt. (apa)

30.6.2005 12:45