Mittwoch, 29. Juni 2005

Politiker zu Frauenbeschäftigung: Rauch-Kallat will eigene AMS-Frauenschalter

  • Bartenstein: 15 Millionen Euro für Qualifizierungskurse
  • Hohe Frauenerwerbsquote 'volkswirtschaftlich unabdingbar'

"Fernab der Polemik" gab Frauenministerin Rauch- Kallat als Motto für den Round Table zu "Frauenbeschäftigung und Gleichstellung am Arbeitsmarkt" am Mittwoch aus. Die Ministerin und Wirtschaftsminister Bartenstein sind sich einig: Sie wollen bei diesem Thema "ganz bewusst" auf das Gespräch mit den Sozialpartner setzen.

"Arbeitsplätze werden durch die Unternehmen geschaffen. Aufgabe der Politik ist es, die geeigneten Rahmenbedingungen zu bilden", so Rauch-Kallat. Die Ministerin erwähnte den Anstieg der Frauenbeschäftigung bei gleichzeitiger Zunahme der Frauenarbeitslosigkeit: Um 23.132 mehr Frauen seien im Mai 2005 im Vergleich zum Mai 2004 beschäftigt gewesen. Dies sei ein Anstieg von 1,6 Prozent. Auch wenn man die Kindergeldbezieherinnen abziehe, komme man immer noch auf einen Zunahme von 0,8 Prozent.

Bartenstein versuchte diesen "scheinbaren Widerspruch" zwischen Anstieg der Beschäftigungsquote von Frauen und Frauenarbeitslosigkeit aufzuklären: Man habe einen "kräftigen Anstieg" des Arbeitskräfteangebots zu verzeichnen, aber es gelinge nicht, dieses Arbeitskräfteangebot zur Gänze am Arbeitsmarkt unterzubringen, räumte Bartenstein ein.

Da junge Frauen nach wie vor aus 270 Lehrberufen hauptsächlich zehn Berufe auswählen würden, will Bartenstein auf spezielle Qualifizierungskurse in nicht-traditionellen Berufen setzen und dafür 15 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren locker machen. 2004 hatten 5,4 Prozent der Frauen einen Hochschulabschluss, die Zahl der Frauen nur mit Pflichtschulabschluss hätte abgenommen. Gerade diese Gruppen werden besonders oft beim AMS vorstellig, wie Bernhard Felderer vom Institut für Höhere Studien (IHS) ausführte. "Ein Hochschulabschluss ist heute keine Garantie mehr für einen Arbeitsplatz".

Zur Einkommensschere meinte Rauch-Kallat, man müsse die Frauen dazu ermutigen, mehr zu fordern. Der Zugang zum Arbeitsmarktservice für Frauen müsse verbessert werden: Rauch-Kallat stellt sich dafür einen eigenen AMS-Frauenschalter vor - mit eigens geschulten Beraterinnen.(apa/red)

29.6.2005 13:17