Streit um die Wörtherseebühne Jörg Haider als Zeuge vor dem U-Ausschuss!
- Bühne mit "eher bescheidenen Mitteln" ausgestattet
- LH sagt: Die heurige Saison liefe bisher ausgezeichnet
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Wenig Neues ergab die Zeugenaussage des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider (B) vor dem vom Kärntner Landtag eingesetzten Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Vorgänge rund um die Wörtherseebühne am Dienstag. Haider erläuterte die Grundidee für die Entwicklung der Bühne, betonte die Unzuständigkeit der Kulturabteilung und bezeichnete die Debatte um die Dotierung des Vertrags für Renato Zanella als "Sündenfall der Kulturpolitik".
Verglichen mit anderen Standorten sei die Seebühne mit "eher bescheidenen Mitteln" ausgestattet gewesen, sagte der Landeshauptmann. Haider rechnete vor, dass etwa die k.l.a.s.-Theaterproduktion auf der Heunburg je Besucher einen Förderaufwand von 14,70 Euro ausweise, der Carinthische Sommer 61,42 Euro. Das Klagenfurter Stadttheater "verbrauche" 114 Euro Förderaufwand je Besuch, bei den Wörtherseefestspiele seien es 39 Euro gewesen. Er sei für die Seebühne nicht zuständig gewesen, übernehme aber die politische Verantwortung.
Kritik gab es vom Landeshauptmann für seinen Koalitionspartner, SPÖ-LHStv. Peter Ambrozy wegen dessen Blockierens der Überweisung von 340.000 Euro an die Seebühnen-Betreibergesellschaft. "Ich halte es nicht für sonderlich klug, diesen Betrag nicht zu zahlen", meinte Haider. Es sei ein reines Politikum, es gehe offenbar darum, dass die Seebühne keinen Erfolg haben dürfe.
Breiten Raum widmete der Ausschuss der Diskussion um die für fünf Jahre angelegte Subvention des Bundes. Haider unterstrich erneut, dass das Verbrauchen der gesamten Summe in der Saison 2004 kein Problem darstelle, so lange die Betreibergesellschaft weiter bestehe.
Breite Raum für Diskussionen um Zanella
Den designierten Intendanten der Seebühne, Renato Zanella, hätte er bei einer Veranstaltung kennen gelernt, dabei sei man ins Gespräch gekommen. Im November 2003 sei es dann zur Unterzeichnung einer Vorvereinbarung gekommen, die er unterschrieben habe, sagte Haider. Laut Haider hätte Zanella "um 1.000 Euro weniger Grundgehalt als in der Staatsoper", und es sei wohl logisch, dass es sich der Intendant bei seinem Wechsel nach Kärnten "nicht verschlechtern wollte". Zur Kritik an dem gut dotierten Intendantenvertrag meinte der Landeshauptmann, dann müsse man auch diskutieren, ob man sich einen Stadttheaterintendanten Dietmar Pflegerl leisten könne. Haider ortete "zielorientierte Versuche, eine Person madig zu machen, um mich zu treffen".
Die angeblich mit Zanella getroffene Vereinbarung über die Auflösung des Vertrages samt 150.000 Euro Abschlagszahlung kenne er nicht, sagte Haider aus. Sollte eine solche Forderung an ihn als Finanzreferenten gestellt werden, werde er sie auch mit Sicherheit nicht bezahlen. An den von Zanellas Assistentin zu Protokoll gegebenen "nächtlichen Hilferuf" über die Finanzkrise der Gesellschaft im Juli 2004 konnte sich der Landeshauptmann nicht erinnern.
Die Befragung Haiders durch die Vertreter von ÖVP und Grünen im Ausschuss war dann mehr politisches Hick-Hack als der Versuch der Wahrheitsfindung. Die Fragen wurden teilweise mit leicht polemischen Formulierungen gestellt, die freiheitliche Fraktion protestierte, in der Sache selbst ergab sich jedoch nichts Neues. Haider meinte in einer Art Schlusswort: Wenn immer es Schwierigkeiten gebe, würden sich die Verantwortlichen abseilen. "Ich möchte mich nicht abseilen." Als Finanzreferent habe er nun auch formal die Möglichkeiten zur Gestaltung in der Hand.
(apa/red)
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