Montag, 20. Juni 2005

Großbaustellen und kein Lkw-Fahrverbot: Dieser Sommer bringt Staurekorde mit sich!

  • ARBÖ: Chaos besonders von Mitte Juli bis September
  • Besonders hart trifft es die West- und Tauernautobahn

Die vielen Großbaustellen, der gestiegene Lkw-Transitverkehr und die Lockerung der Lkw-Wochenendfahrverbote - das ist die richtige Mischung, die im Sommer laut ARBÖ zu Staurekorden führen wird.

Zuspitzen werde sich das Stauchaos vor allen zwischen Mitte Juli und Anfang September. wenn die Urlauberreisewelle aus den bevölkerungsreichsten deutschen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie aus den Niederlanden überrollt. Laut einer Stauwahrscheinlichkeitsgrafik des ARBÖ trifft es Westösterreich besonders hart. Zahlreiche Nord-/Süd-Verbindungen werden nur erschwert passierbar sein, prognostiziert der Autofahrerclub.

15 Großbaustellen
Deutlich erschwert werden Urlaubsfahrten durch Österreich durch insgesamt 15 Großbaustellen. Überbreite Lkw machen es oft in der Praxis unmöglich, die zwei freien Spuren tatsächlich zu nützen. "Durch langsame Überholmanöver auf nur zweispurigen Autobahnen werden Staus produziert", meinte Wilhelm Patzold vom ARBÖ-Informationsdienst. Vor allem auf der Westautobahn (A1) bei St. Georgen und auf der rund 20 km langen Baustelle zwischen Haid und Sattledt wird sich die Kombination zwischen Baustellen und Lkw stark zuspitzen.

Lkw samstags bis 15 Uhr
Gerade auf den baustellenträchtigen West- und Tauernautobahn gelten laut ARBÖ heuer erstmals kein erweitertes Wochenendfahrverbot für Lkw. Hier dürfen die Schwerfahrzeuge auch während der urlauberintensiven Samstage bis 15.00 Uhr durchfahren. Bisher hat die Ferienreiseverordnung dafür gesorgt, dass während der Sommermonate auf weiten Teilen des österreichischen Schnellstraßen- und Autobahnnetzes die Lkw an Samstagen schon ab 8.00 Uhr verbannt wurden. Zusätzlich gab es laut ARBÖ an vier besonders reiseintensiven Freitagen zwischen 15.00 und 20.00 Uhr ein weiters Fahrverbot für Brummis, um - aus Sicherheitsgründen und um Staus zu verhindern - den starken Urlauberverkehr und den Schwerverkehr zu entflechten.

Ferienreiseverordnung abgeschafft
Ausgerechnet heuer habe Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) diese Ferienreiseverordnung abgeschafft, die vier Freitage komplett gestrichen und das erweiterte Lkw-Wochenendfahrverbot im so genannten Fahrverbotskalender auf wenige Strecken beschränkt, so der ARBÖ. "Führer waren auf 66 Prozent des Autobahn- und Schnellstraßennetzes die Lkw im Sommer schon seit Samstag früh verbannt. Jetzt sind es nur mehr 35 Prozent", erklärte Patzold. (APA/red.)

20.6.2005 11:54