Montag, 27. Juni 2005

Achtung: Die besten Tipps und Tricks zum
Schutz vor Dieben im heißersehnten Urlaub

  • Dokumente kopieren, Wertvolles sichern, kein Bargeld
  • Kein "Heldentum". Im Notfall Euro-Notruf 112 wählen

In den nächsten Wochen wird es wieder viele Österreicher in sonnige Gefilde auf der ganzen Welt ziehen. Allerdings wird die sonnige Urlaubsstimmung schnell getrübt, wenn man Opfer von Diebstahl oder Raub wird. "Es gibt ein paar Verhaltensregeln, die man in der Fremde unbedingt befolgen sollte", rät Bernhard Noll, Leiter des Instituts für technische Sicherheit (ITS) in Wien. "Denn wenn Dokumente und Wertsachen abhanden kommen, zieht das einiges an zeitlichem und finanziellem Aufwand nach sich, der sich mit einfachen Maßnahmen verhindern lässt."

Ein neuer Pass kostet 69 Euro, ein neuer Führerschein 45 Euro - Kosten für Passbilder nicht eingerechnet. Solche wichtigen Dokumente offen in der Urlaubsunterkunft liegen zu lassen, ist daher keine gute Idee. Der richtige Platz dafür ist entweder im Zimmersafe oder ganz nah am Körper zum Beispiel in Umhängetaschen, die unter der Kleidung getragen werden können. Damit man sich auch im Ernstfall immer ausweisen kann, sollte man zwei Dokumente (z.B. Reisepass und Personalausweis oder Reisepass und Führerschein) mitführen, sie aber auf keinen Fall zusammen bei sich tragen oder aufbewahren.

Eine gute Idee ist auch, Kopien aller Dokumente anzufertigen und diese von den Originalen getrennt aufzubewahren. Als modernere Variante kann man sich Scans der Dokumente an einen Webmail-Account schicken. Falls der Pass wirklich abhanden kommt, muss als erstes Anzeige bei der örtlichen Polizei erstattet werden. Die Kopien oder Scans erleichtern die Ausstellung eines "Notpasses" durch die österreichischen Vertretungsbehörden am Ort, mit dem man innerhalb einer Woche in die Heimat zurückkehren kann. Dieser Notpass ist essenziell, wenn man die Heimreise per Flugzeug antreten muss. Nach der Rückkehr muss auch in Österreich eine Verlust- oder Diebstahlsanzeige erstattet und ein neuer Reisepass beantragt werden.

Bitte kein Bargeld
Nur Bares ist Wahres - für Diebe mag das stimmen, Urlauber sollten sich aber davor hüten, zu viel mit sich rumzuschleppen. Geld sollte nur in Tagesrationen mitgetragen werden, der Rest ist im Hotelsafe gut aufgehoben. Bankomat- und Kreditkarten sind im Urlaub eine praktische Alternative. Wenn Kellner oder Geschäftspersonal aber ungewöhnlich lange mit der Kreditkarte in einem Hinterzimmer verschwinden, sei Skepsis angebracht. Möglicherweise wird die Kreditkarte kopiert oder andere Rechnungen damit beglichen.

Bei Kartendiebstahl sofort sperren lassen!
Unterwegs sollten Karten, Reiseschecks und Bargeld immer auf mehrere Stellen verteilt mitgetragen werden (Bauchgurt, Brustbeutel, Rucksack ...), damit nicht gleich alles weg ist, wenn jemand zugreift. Der Karteninhaber ist erst nach der Sperrung der Karte von der Haftung befreit - also unverzüglich Bank oder Kreditkarteninstitut informieren. Außerhalb der Banköffnungszeiten kann man die Sperrung auch über den Notruf unter der Nummer +43/(0)1/204 88 00 veranlassen. Am besten zeigt man den Diebstahl auch bei der örtlichen Polizei an und lässt sich eine Kopie der Anzeige geben.

Gerade in Tourismuszentren ist das Gedränge oft groß und man verliert leicht den Überblick. Anrempeln, jemanden mit Eis bekleckern oder mit einem großen Stadtplan nach dem Weg fragen, sind beliebte Ablenkungsmanöver. Ein Kumpan angelt sich dann in der Zwischenzeit alle greifbaren Wertsachen. Wertvoller Schmuck sollte überhaupt zu Hause im Schließfach gelassen werden, denn gerade in ärmeren Ländern fällt man damit auf wie ein bunter Hund. Handtaschen sollten unter den Arm geklemmt und nicht zur Straßenseite hin getragen werden, da auf Mopeds vorbeifahrende Diebe sie einfach wegreißen. In einigen Großstädten kommt es auf ampelgeregelten Kreuzungen zu Überfällen auf haltende Autofahrer. Wenn man vor einer roten Ampel warten muss, sollte man also die Fenster hinaufkurbeln und die Türen verriegeln.

Kein falsches Heldentum
"Wenn doch etwas passiert, sollte man die Täter auf keinen Fall provozieren, sondern Wertsachen oder Fahrzeug hergeben", warnte Noll vor falschem Heldentum. "Lieber beim Euro-Notruf unter 112 Alarm schlagen, der kostenlos mit jedem Handy in allen EU-Ländern, Liechtenstein, Norwegen und Island erreichbar ist - auch ohne SIM-Karte." Für alle Fälle hinterlässt man am besten bei Vertrauenspersonen zu Hause Kopien von Dokumenten (Reisepass, Personalausweis, Wagenpapiere), von Bankomat- und Kreditkarten, Telefonnummer und Adresse der Unterkunft sowie eine ungefähre Beschreibung der Reiseroute. "Mit diesen Informationen können dann auch die Angehörigen oder Freunde aktiv werden, das ist für alle beruhigend", riet Noll.

(apa/red)

27.6.2005 12:23