Mittwoch, 22. Juni 2005

Nach 16 Monaten im Untergrund: NEWS bringt Rettberg zurück nach Österreich!

  • Ex-Libro-Chef: Habe mir strafrechtlich nichts vorzuwerfen
  • "Verhalten meiner Stiftungsvorstände hat ein Nachspiel"

Redakteure des Nachrichtenmagazins NEWS haben den früheren Libro-Chef André Rettberg, der 16 Monate lang untergetaucht war, zurück nach Österrreich gebracht. Am Dienstagabend kam der ehemalige Topmanager, der sich nun am Landesgericht Wiener Neustadt wegen versuchter betrügerischer Krida aufgrund seiner Privatschulden verantworten muss, nach 26-stündiger Reise von Amsterdam in Wien an. "Jetzt werde ich alles daran setzen, mich gründlich auf das Verfahren vorzubereiten und meine Unschuld zu beweisen", kündigt Rettberg in NEWS an.

Im Exklusivinterview für die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS listet Rettberg erstmals detailliert auf, wie er sein Vermögen, dessen Wert zum Höhepunkt des Libro-Aktienkurses gut eine Milliarde Schilling betragen hat, verloren hat. "Fast 700 Millionen Schilling waren die 666.900 Libro-Aktien wert, die meine Privatstiftung gehalten hat. Und meine Stiftungsvorstände haben unverständlicher Weise keine einzige Aktie verkauft", so der einst gefeierte Firmenchef in NEWS. Nachsatz: "Das wird noch ein Nachspiel haben. Jetzt kann ich endlich den vielen Ungereimtheiten in diesem Zusammenhang wieder selbst nachgehen."

Rettberg räumt zwar Managementfehler in seiner Zeit als Libro-Chef ein, betont aber gleichzeitig, nie gegen Gesetze verstoßen zu haben. "Strafrechtlich habe ich mir nichts vorzuwerfen. Das werde ich in Zusammenarbeit mit der Justiz beweisen", so Rettberg im NEWS-Interview. Er zeigt sich zuversichtlich, das Gericht als freier Mann zu verlassen: "Dass ich jetzt doch noch freies Geleit bekommen habe, lässt mich wieder auf das österreichische Rechtssystem vertrauen."

(apa/red)

22.6.2005 13:46