Montag, 20. Juni 2005

Trotz Konsumflaute boomt der Bau von Einkaufszentren: Es werden immer mehr!

  • Österreich: Derzeit sind 34 neue Standorte in Bau
  • Trendumkehr: Von der "grünen Wiese" in die Innenstadt

Trotz Konsumunlust und stagnierender Handelsumsätze werden in Österreich ständig neue Einkaufszentren (EKZ) gebaut. Derzeit sind 34 neue Standorte in Bau, 25 Zentren werden erweitert, so eine aktuelle Studie des Wiener Consulting-Unternehmens RegioPlan. Derzeit gibt es in Österreich 110 Einkaufszentren mit Verkaufsflächen von jeweils mehr als 5.000 m2.

Insgesamt beträgt die Verkaufsfläche 1,6 Mio m2. Mit 0,25 m2 Verkaufsfläche pro Einwohner nimmt Österreich bezüglich der Dichte hinter Norwegen, Schweden und den Niederlanden einen Spitzenplatz ein. Der jährliche Verkaufsflächen-Zuwachs beträgt rund 90.000 m2.

Einkaufszentren ziehen vor allem Kunden der traditionellen Geschäftsstraßen ab, so RegioPlan. Diese verlieren auf Grund ihres geringen Organisationsgrades zum Beispiel bei den Öffnungszeiten und bei Parkplätzen an Kaufkraft.

Bei der Planung neuer EKZ ist eine Trendumkehr von der "grünen Wiese" in die Innenstadt feststellbar. Derzeit seien eindeutig mehr Projekte in City-Lage geplant, so das Consultingunternehmen. Dies liege einerseits daran, dass die Raumordnungsgesetze in den Bundesländern immer strenger werden und Projekte am Stadtrand verhindern, andererseits versuchen auch die Projektentwickler von der bereits bestehenden Passantenfrequenz in den Zentren zu profitieren.

Der EKZ-Boom ist jedenfalls nicht zu bremsen. Derzeit sind 800.000 m2 Verkaufsfläche geplant oder bereits im Bau. Allein 2005 kommen bzw. kamen rund 140.000 m2 Einkaufsfläche dazu. Von der allgemeinen Stagnation im Einzelhandel zeigen sich die Projektentwickler jedenfalls unbeeindruckt, so RegioPlan.

Nach m2 Verkaufsfläche umsatzstärkstes EKZ in Österreich ist der Europark Salzburg, gefolgt vom Messepark Einkaufszentrum Dornbirn und dem Einkaufspark Fischapark Wr. Neustadt.

(apa/red)

20.6.2005 16:25