Pure Schussgewalt: Rakete "Adriano 2"
zündete das brasilianische Feuerwerk
- Inter-Stürmer Brasiliens Erfolgsgarant bei Mini-WM
- Stars der "Selecao" stolz auf Sieg über Deutschland
·Confed-Cup 2005: Brasilien im Finale!
3:2-Sieg für Selecao über Gastgeber Deutschland
·BILDER: Adriano schießt Deutsche ab
Die besten Szenen
vom Sieg der Brasilianer
·Die Ergebnisse des
Confederations Cup
Von Gruppenphase bis
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·Confed-Cup 2005: Argentinien im Finale
Gauchos besiegten Mexiko
erst im Elfer-Krimi mit 6:5
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Fünf WM-2006-Spielstätten
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Ronaldinho herzte eine taubstumme Hotelköchin
Ronaldinho hängte sich das Trikot von Michael Ballack wie einen Skalp an die Hose, Lucio brüllte seine Freude minutenlang hinaus, und Carlos Alberto Parreira beantwortete mit einem breiten Grinsen die Journalistenfragen. "Was für ein wunderbares Spiel! Gegen Deutschland hier zu gewinnen, das war fast wie in einem WM-Finale", betonte der brasilianische Nationaltrainer nach dem 3:2-(2:2)-Triumph des Weltmeisters im Halbfinale des Confederations Cups gegen Deutschland.
Der große Matchwinner der "Selecao" in Nürnberg war Adriano. Der Torjäger von Inter Mailand zündete das Feuerwerk der Südamerikaner mit zwei Toren (zum 1:0 und 3:2) und ließ Urlauber Ronaldo vollends vergessen. In seiner Heimat war Adriano kürzlich noch als "technisch schwach" verhöhnt worden, jetzt bewies er den 42.088 Zuschauern im Nürnberger Frankenstadion und der Fußball-Fachwelt erneut, wie man Ballfertigkeit mit einer unglaublichen Dynamik und Schusskraft kombinieren kann.
"Solch eine Leistung ist eine große Befriedigung für mich", meinte er nach seiner Freistoß-Granate (21.) und dem Siegtreffer (76.). Zudem hatte die Rakete "Adriano 2" noch den Elfer, der zur kurzzeitigen 2:1-Führung durch Ronaldo führte, herausgeholt. "Ein toller Spieler. Er macht jede Saison mehr Tore", lobte sein Teamkollege Ze Roberto den Stürmer.
In der abgelaufenen Saison hatte Adriano insgesamt 28 Tore für Inter erzielt, und Englands Meister Chelsea wollte ihn schon für 100 Millionen Euro aus seinem Vertrag herauskaufen. "Ich nutze meine körperliche Kraft, sonst hat man in Italien keine Chance", erklärt 23-Jährige, der aus den Favelas von Rio de Janeiro kommt und dessen Vater einst von einer Drogenbande niedergeschossen wurde.
Als Adriano am Samstagabend als "Man of the match" geehrt wurde, zeigte der Stürmer im ärmellosen gelben T-Shirt seine mächtigen Oberarme: Auf der einen Seite in chinesischen Schriftzeichen eintätowiert sein Name und der seines Bruders Tiago, auf der anderen die Namen seiner kompletten Familie rund um ein rotes Herz.
Die Muskeln ließ auch Ze Roberto spielen. Auf die Frage, ob die "Selecao" alles habe geben müssen, winkte der Bayern-Profi lässig ab. "Nein, das waren keine 100 Prozent. Vielleicht 70", sagte der Mittelfeldspieler. "Gegen die beste deutsche Mannschaft, die ich seit langem gesehen habe", so Adriano, glänzten neben dem zweifachen Torschützen vor allem Lucio, Routinier Emerson im Mittelfeld und der leichtfüßige Robinho im Angriff.
"Weltfußballer" Ronaldinho verwandelte bei der Neuauflage des WM-Endspiels von 2002 zwar einen Elfer und zeigte einige technische Feinheiten, drückte dem Spiel der Südamerikaner aber nicht wie gewohnt den Stempel auf. "Wir haben gegen eine starke deutsche Mannschaft gespielt", lautete die Kurzanalyse des Barcelona-Superstars. "Im Hinblick auf die WM im nächsten Jahr haben wir heute einen großen Schritt gemacht."
Nach dem Einzug ins Endspiel der Mini-WM am Mittwoch in Frankfurt/Main freute sich Parreira diebisch darüber, "dass wir es auf die brasilianische Art zu spielen geschafft haben - ohne eine Systemänderung". Die vier Offensivspieler Adriano, Robinho, Ronaldinho und Kaka werden bei der WM 2006 wohl noch durch zwei angriffsfreudige Außenverteidiger unterstützt: Kapitän Cafu und Roberto Carlos, die die Reise nach Deutschland ebenso wie Stürmer-Star Ronaldo von Real Madrid nicht mitgemacht haben.
(apa/red)










