Brasiliens Teamchef Parreira nach dem Japan-Spiel: "Keine Experimente mehr"
- "Selecao" ist nach mühsamen Semifinal-Einzug müde
- Enttäuschende Griechen sind seit 455 Minuten ohne Tor
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Mit Durchhalteparolen stimmen sich die matten Fußball-Weltmeister aus Brasilien auf den Halbfinal-Schlager beim Confederations Cup gegen Deutschland ein. "Einige meiner Spieler sind sehr müde", räumte Teamchef Carlos Alberto Parreira nach dem mageren 2:2 gegen Japan im letzten Gruppenspiel der Südamerikaner am Mittwochabend in Köln ein.
Dennoch kündigte er an, Ronaldinho und Co. am Samstag in Nürnberg noch einmal alles abzuverlangen. "Jetzt gibt's keine Experimente mehr. Wir wollen das Turnier gewinnen und werden die Spieler aufbieten, die physisch und mental in der besten Verfassung sind."
Durch die WM-Qualifikationsspiele gegen Paraguay und in Argentinien vor der Mini-WM sind die Brasilianer nun seit 25 Tagen ohne Unterbrechung zusammen. Am Donnerstag gab Parreira seinen Spielern frei, ehe es am Abend nach Nürnberg ging.
"Die Japaner sind sehr viel gelaufen, da hatten wir große Schwierigkeiten", sagte Ronaldinho, der erstmals die Kapitänsbinde trug. Der fünffache Weltmeister hätte bereits seine Koffer für die Heimreise packen müssen - wenn Oguro in der Nachspielzeit seine Chance zum 3:2 für den Asien-Meister genutzt hätte.
Japans brasilianischer Teamchef Zico jedenfalls bekam großes Lob von seinem Freund Parreira. "Ich kenne die Japaner seit den 70er Jahren. Früher haben wir sie immer leicht geschlagen, aber sie haben enorm zugelegt, vor allem körperlich. Sie haben uns heute einige Probleme bereitet."
Zico: "Diese Erfahrung wünsche ich niemandem"
Bei Zico rief das Duell mit seinen Landsleuten besondere Emotionen hervor. "Bei der brasilianischen Hymne hat mein Herz wie wild geklopft. Ich weiß, dass schon Menschen vor mir in so einer Situation gewesen sind, aber diese Erfahrung wünsche ich niemandem. Wenn man so stark mit Brasilien verwurzelt ist wie ich, ist das hart."
Sorgen ganz anderer Art beschäftigen Griechenlands Teamchef Otto Rehhagel. Der Europameister muss sein Tor-Trauma verarbeiten, um sein Versprechen einzulösen und in einem Jahr ein Wiedersehen bei der WM in Deutschland feiern zu können. "Man sieht, welche Probleme wir zur Zeit haben. Wir haben im fünften Spiel kein Tor geschossen, und wer keine Tore schießt, der kann kein Spiel gewinnen", sagte Rehhagel, dessen Mannschaft seit 455 Minuten auf einen Treffer wartet und sich vom Confed-Cup als Gruppenletzter mit nur einem Punkt verabschiedet.
Diskussionen um neue Spieler, Krach mit der Regierung um ein nicht eingelöstes Prämien-Versprechen und ein Trainer, dessen Denkmal langsam bröckelt. Stabilität gewinnen Coach und Mannschaft erst wieder, wenn sie das WM-Ticket schaffen. "Nun müssen wir noch mehr geben, um bei der WM dabei sein zu können", sagte Ioannis Amanatidis, mit 23 Jahren der zweitjüngste Akteur im Confed-Cup-Aufgebot der Griechen.
(apa)










