EU-Krise: Der ungarische Europaminister will im Finanzstreit mit London verhandeln!
- Der Vorstoß erfolgt im Namen der Visegrad-Staaten
- Ministerpräsident Gyurcsany: "Es geht nicht um Geld"
Ungarn will nach dem Scheitern des EU-Gipfels am vergangenen Wochenende mit der künftigen britischen Ratspräsidentschaft über den Finanzplan 2007-2013 verhandeln. Dies erklärte der ungarische Europaminister Etele Barath am Montag auf einer Pressekonferenz in Budapest. Der Vorstoß erfolge im Namen der Visegrad-Staaten (Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei), fügte Barath hinzu. Ziel sei es, möglichst bald eine Einigung über das künftige Budget der Union zu erzielen.
Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany berichtete indes im Budapester Parlament über den misslungenen Brüsseler Gipfel. Der wahre Grund für das Scheitern läge aber nicht im negativen Ausgang der Budgetdebatte. "Wenn wir hier von einem Hundertstel Prozent sprechen", erklärte Gyurcsany mit Blick auf die zuletzt strittigen Summen, "dann ist es keine Frage, dass es nicht um Geld geht". Vielmehr müsse man feststellen, dass "ein nicht zu vernachlässigender Teil der europäischen Öffentlichkeit in Hinsicht auf die Zukunft Europas verunsichert ist".
Gyurcsany kündigte auch an, seine vier Vorgänger seit dem Ende des Kommunismus zu einem Gespräch über die derzeitige EU-Krise einladen zu wollen. Europa müsse nämlich wieder zur Dynamik nach dem Zweiten Weltkrieg zurückfinden. "Europa ist nicht mehr von seinen alten Idealen inspiriert und ist sich unsicher über seine neuen", sagte der Regierungschef.
(apa)
