Samstag, 25. Juni 2005

Heftige Unwetter verbliesen unsere Nachbarn in Deutschland und der Schweiz

  • Wieder "Zwischenfall" bei Schweizer Bahn, viele Verletzte
  • In Metzingen (D) schlug Blitz in Polizeiwachzimmer ein

Viele Verletzte, überflutete Straßen und Schlammlawinen: Heftige Gewitter und starke Regenfälle haben am Samstag Feuerwehren und Rettungskräfte in Deutschland und der Schweiz in Atem gehalten. Bei Open-Air-Festivals in Baden-Württemberg und in der Schweiz wurden zahlreiche Menschen durch herumwirbelnde Zelte und Geräte verletzt.

Vor allem im Raum Tübingen und in Stuttgart hatten die Einsatzkräfte mit voll gelaufenen Kellern, überfluteten Straßen und Stromausfällen zu kämpfen. In Elmshorn bei Hamburg mussten Straßen gesperrt werden. Die traditionelle Windjammerparade zur Kieler Woche begann bei strömendem Regen.

Am Freitagabend wurde das Open-Air-Festival Greenfield in Interlaken in der Schweiz abgesagt. Zuvor waren dort durch das Unwetter rund 15 Menschen leicht verletzt worden. Im Kanton Graubünden verschüttete eine durch die Regenmassen ausgelöste Schlammlawine nach Rundfunkberichten eine Landstraße.

Zahlreiche Straßensperren in der Schweiz
Wegen Sturmschäden wurden in der Westschweiz mehrere Straßen gesperrt. Der Eisenbahn-Fernverkehr in Richtung Gotthard und Chur kam am Samstagmorgen zum Erliegen, nachdem beim Bahnhof Zürich-Wiedikon eine Fahrleitung in Brand geraten war. Ersatzbusse wurden eingesetzt. Es handelte sich um die dritte Störung im Bereich der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) in dieser Woche.

Auf dem Messegelände von Balingen (Baden-Württemberg) wurden mehrere tausend Besucher eines Musik-Festivals vorübergehend obdachlos, weil Sturm, Hagel und Regen ihren Zeltplatz verwüstet hatten. Dabei wurden nach Polizeiangaben etwa 40 Menschen leicht verletzt, meist weil Zelte durch die Luft wirbelten.

Das Rote Kreuz war mit 250 Helfern im Einsatz. Zusammen mit dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr wurden rund um das Festival- Gelände Notunterkünfte aufgebaut. Auch in Schulen und Hallen konnten die frierenden und durchnässten Besucher des Heavy-Metal-Festivals "Bang Your Head" unterkommen. Die mit rund 20.000 Besuchern ausverkaufte Veranstaltung, bei der über 20 Bands auftraten, sollte am Samstag mit Verspätung fortgesetzt werden.

Blitz schlug ausgerechnet in Polizeiwachzimmer ein
In Metzingen bei Reutlingen schlug ein Blitz in ein Polizeiwachzimmer ein. Dort fielen laut Deutschem Wetterdienst auch bundesweit die stärksten Regenfälle mit knapp 46 Litern innerhalb einer Stunde. In Stuttgart rückten Polizei und Feuerwehr in kurzer Zeit 19 Mal aus. Auf einer Bundesstraße Richtung Bad Cannstatt verlor eine Autofahrerin nach Polizeiangaben bei dem heftigen Regen wegen zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über ihr Fahrzeug und prallte gegen einen Strommast. Sie wurde schwer verletzt. In Hemmingen bei Ludwigsburg wurde durch einen Blitzeinschlag der Dachstuhl eines Hauses in Brand gesetzt. Der Schaden betrug rund 100.000 Euro.
(apa)

25.6.2005 13:18