Antrittsbesuch in Washington: Bush und Jaafari demonstrieren einig Zuversicht!
- Irakischer Präsident im Weißen Haus empfangen
- PLUS: Rumsfeld strikt gegen Zeitplan für Truppenabzug
·Rumsfeld: Bericht zur Lage im Irak!
US-Minister strikt gegen Zeitplan für Truppenabzug
US-Präsident George W. Bush sieht trotz der anhaltenden Gewalt im Irak Grund für Optimismus. "Es gibt gute Fortschritte", sagte Bush am Freitag, wenige Tage vor dem ersten Jahrestag der Machtübergabe im Irak. Er hatte zuvor im Weißen Haus erstmals den Ministerpräsidenten der irakischen Übergangsregierung, Ibrahim al-Jaafari, empfangen. Bush bekräftigte, dass die US- Regierung keinen Termin für den Truppenabzug aus dem Irak nennen werde.
"Warum sollten wir dem Feind sagen: Hier ist unser Zeitplan, warte einfach ab. Es macht keinen Sinn, Zeitpläne zu machen."
Bei dem Gespräch ging es um die bevorstehenden Aufgaben der irakischen Regierung, darunter die Verabschiedung einer neuen Verfassung, die Volksabstimmung darüber und die im Dezember geplanten Neuwahlen. In der US-Regierung wächst nach dem langen Prozess, der zur Formierung der Übergangsregierung nötig war, die Sorge vor Verzögerungen. "Das sind monumentale Aufgaben, aber bisher haben die Iraker alle strategischen Ziele erreicht und den Terroristen ist es nicht gelungen, sie zu stoppen", sagte Bush.
"Keine Frage, der Feind will unseren Willen brechen und erreichen, dass wir abziehen", sagte der Präsident auf die Frage, ob seine Entschätzung der Lage nicht zu optimistisch sei. "Aber wir werden sie besiegen. Wir glauben fest daran." Vizepräsident Richard Cheney hatte vor kurzem gesagt, die Aufständischen lägen in den letzten Zügen. Der Chef des für Irak zuständigen Zentralkommandos, John Abizaid, räumte dagegen am Donnerstag im Kongress ein, dass der Aufstand nicht schwächer geworden ist.
Nach Angaben des Weißen Hauses will sich Bush am kommenden Dienstag in einer Grundsatzrede zu der Situation im Irak äußern. Der Präsident werde am Stützpunkt Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina "detailliert auf die nächsten Schritte im Irak eingehen", teilte Bushs Sprecher Scott McClellan mit. Dienstag ist der erste Jahrestag der US-Übergabe der Macht an die Iraker.
Wie Bush äußerte sich auch Jaafari optimistisch, dass die Aufständischen im Irak besiegt werden. Die Sicherheitslage verbessere sich stetig, sagte der Ministerpräsident. Das irakische Volk wolle Frieden und Demokratie. Er dankte Bush für die Unterstützung im Kampf gegen den Terror. "Ohne Zweifel wird unser Land diejenigen nie vergessen, die uns zur Seite standen." Jaafari äußerte die Hoffnung, dass die Amerikaner "eine Art Marshall-Plan" für den Irak auflegen, wie sie es nach dem Zweiten Weltkrieg für Deutschland getan hatten.
Die Aufständischen verüben seit dem Amtsantritt der von Schiiten geführten irakischen Regierung Ende April verstärkt Anschläge auf US-Soldaten. Insgesamt starben mehr als 1700 US-Soldaten seit Beginn des Irak-Kriegs.
(apa)
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