Mittwoch, 22. Juni 2005

Jerusalem: Palästinenser eröffnet Feuer auf Konvoi des Regierungschef Korei

  • Israel hat Politik der 'gezielten Tötung' wieder begonnen
  • PLUS: Angriff in Gaza während Sharon-Abbas-Treffen

Ein Palästinenser hat am Mittwoch in Nablus das Feuer auf einen Konvoi von Regierungschef Korei eröffnet. Der Politiker sei unverletzt, teilte sein Büro mit. Sicherheitskräfte nahmen den palästinensischen Angreifer fest. Korei war am Morgen zu einem Besuch in der Stadt im Norden des Westjordanlandes, in der sich Stunden später das palästinensische Kabinett zu einer Sitzung treffen sollte.

Unterdessen hat Israel offenbar seine Politik der "gezielten Tötung" palästinensischer Extremisten wieder aufgenommen. Die israelische Regierung bestätigte am Mittwoch palästinensische Berichte über einen gescheiterten israelischen Raketenangriff im Gaza -Streifen am Vortag.

Es habe eine Aktion gegen einen Vertreter des Islamischen Jihad gegeben, sagte Sicherheitsminister Gideon Esra am Mittwoch im Armee- Rundfunk ohne den Namen des Extremisten zu nennen. "Alle Mittel, um die Organisation zu neutralisieren, sind wichtig und möglich", sagte Esra. Der Angriff ereignete sich, während Ministerpräsident Ariel Sharon mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas in Jerusalem konferierte.

Nach der Verkündung einer Waffenruhe durch Sharon und Abbas vor vier Monaten hatte Israel die gezielten Tötungen ausgesetzt. Bei dem Treffen am Dienstag beklagten die Israelis jedoch, dass die Palästinenser nicht genügend gegen die bewaffneten Extremistengruppen unternähmen. Der Islamische Jihad hat mehrfach Bomben- und Raketenangriffe auf jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen und eine israelische Stadt verübt.

(apa/red)

22.6.2005 12:09