Chilenischer Ex-Diktator im Spital: Augusto Pinochet erlitt Schlaganfall
- 89-Jähriger wurde in Militärkrankenhaus eingeliefert
- Früherer Machthaber hatte bereits im Mai Schlaganfall
Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet hat einen Schlaganfall erlitten. Der 89-Jährige sei in seinem Haus im Osten der Hauptstadt Santiago de Chile zusammengebrochen, und Angehörige hätten ihn in ein Militärkrankenhaus gebracht, verlautete aus der Klinik. Der Zustand hat sich im Krankenhaus "leicht gebessert". Es habe sich um einen kleinen Schlaganfall gehandelt. Die behandelnden Ärzte teilten mit, der Zustand des Patienten sei stabil.
Erst am 19. Mai hatte der Ex-Machthaber auf seinem Landsitz westlich der Hauptstadt einen Schlaganfall erlitten; damals konnte er nach kurzer Zeit das Krankenhaus wieder verlassen. Anfang des Monats hatte ein chilenisches Berufungsgericht die Anklage gegen Pinochet wegen der "Operation Condor" zur Verfolgung von Oppositionellen in den 70er und 80er Jahren gestoppt.
Die Richter des Berufungsgerichts stimmten am 7. Juni einstimmig dafür, die Ermittlungen zu beenden. Richter Juan Guzmán Tapia hatte in einem Gerichtsverfahren Pinochets Rolle in der "Operation Condor" beleuchten wollen, während der tausende Oppositionelle starben oder verschwanden. Pinochet hatte das südamerikanische Land nach einem Putsch von 1973 bis 1990 regiert.
Bei der "Operation Condor" töteten Agenten im Auftrag der Machthaber in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay vermutlich mehr als 200 Oppositionelle. Guzmán versuchte seit 1998, Pinochet den Prozess zu machen. Er hatte schon im Jahr 2000 Anklage erhoben; diese wies das Oberste Gericht im Juli 2002 wegen einer leichten Demenz des ehemaligen Diktators ab.
Am 7. Juni hob ein Berufungsgericht aber Pinochets Immunität auf, so dass ihm nun wegen Betruges der Prozess gemacht werden könnte, nachdem in den Vereinigten Staaten geheime Konten von ihm entdeckt worden waren. (apa/red)
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