Montag, 20. Juni 2005

Papst wirbt für Solidarität: "Die Kirche ist ein Land, in dem es keine Ausländer gibt"

  • Benedikt XVI. betont Wichtigkeit der tätigen Nächstenliebe

Zur aktiven Solidarität der Christen mit den Flüchtlingen hat Papst Benedikt XVI. aufgefordert. Anlässlich des "Welttags der Flüchtlinge" sagte der Papst beim Angelus-Gebet im Vatikan, die christliche Gemeinschaft fühle sich jenen nahe, die ähnlich wie Jesus, Maria und Joseph alles hinter sich lassen mussten, um großen Problemen oder Gefahren zu entkommen.

Diese Nähe gelte es, in konkrete Gesten der Solidarität umzusetzen, damit alle, die fern von ihrem Vaterland leben, die Kirche als Heimat erfahren. "Die Kirche ist ein Land, in dem es keine Ausländer gibt", sagte Benedikt XVI. Diese Solidarität der Christen erhalte ihre Nahrung aus der aktiven Mitfeier der Eucharistie. Der Papst betonte, die tätige Nächstenliebe sei ein Kriterium für die Echtheit des Gottesdienstes.

Vatikan verstärkt Dialog mit russischer Kirche
Der Präsident der Päpstlichen Räte für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, ist nach Moskau abgereist, wo er sich bis am Donnerstag aufhält. Wie der Vatikan mitteilte, will der Kardinal den Dialog mit dem orthodoxen Patriarchat fördern, der zu Beginn des Pontifikats von Benedikt XVI. mit Erfolg in die Wege geleitet worden ist. "Es handelt sich um ein weiteres, wichtiges Signal des neuen Klimas von Dialog und Zusammenarbeit zwischen der Kirche in Rom und jener in Moskau, die in Zukunft zu einem historischen Besuch von Benedikt XVI. in die russische Hauptstadt führen könnte", hieß es in einer Presseaussendung.

Der Dialog mit der orthodoxen Kirche liegt Papst Benedikt XVI. nach Überzeugung von Kaspers "sehr am Herzen". Kasper betonte, dass Joseph Ratzinger schon als Kardinal wichtige theologische Beiträge zur Verständigung mit den Orthodoxen geleistet habe.
(apa/red)

20.6.2005 14:30