Landesparteitag der FPÖ-Salzburg: Karl Schnell mit 70,6 Prozent wiedergewählt!
- Landesparteichef stellt klar: "FP ist eine rechte Partei"
- H.-C. Strache: "Land hat einen jungen Zorro gebraucht"
Der bisherige Parteichef Karl Schnell wurde vom Landesparteitag der Salzburger FPÖ am frühen Sonntagabend mit 120 der 170 gültigen Delegiertenstimmen oder 70,6 Prozent wiedergewählt. Beim letzten Parteitag im Jahr 2000 hatte er 88,6 Prozent der Stimmen enthalten. Sein Gegenkandidat, der 33-jährige Kommunikationstrainer Bernhard Wagner, erhielt 50 Stimmen oder 29,4 Prozent.
Als neue Stellvertreter gewählt wurden Rupert Doppler aus dem Pongau (75,1 Prozent), Karl Moser aus dem Flachgau (71,7 Prozent), Ernst Rothenwänder aus dem Lungau (76,3 Prozent) sowie Gertraud Schimak aus der Stadt Salzburg (63,0 Prozent). Alle vier Stellvertreter üben diese Funktion zum ersten Mal aus.
Strache schießt sich auf BZÖ ein
FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache konzentrierte sich in seiner Rede am Salzburger Landesparteitag zunächst auf das BZÖ. Er betonte, dass sich in den letzten Jahren die Entwicklung abgezeichnet habe, "das war keine freiheitliche Politik mehr". Nicht die Menschen hätten sich verändert, sondern die FPÖ, die Wähler hätten sich deshalb abgewendet. BZÖ-Chef Jörg Haider habe seien Weg verlassen und über eine Million Wähler verkauft und verraten.
Die FPÖ werde nun den richtigen Weg wieder einschlagen. Haider sei als Kapitän als Erster vom Boot gegangen und habe die Mannschaft im Stich gelassen.
Das gleiche habe schon Heide Schmidt gemacht wie jetzt diese "Pomeranschen-Truppe". Diese habe nur die Ämter und Pfründe gesehen, "aber wir sind keine Steigbügelhalter für Schüssel und die ÖVP, wir haben Rückgrat". Beim Beschluss der EU-Verfassung im Parlament habe man das Recht mit Füßen getreten und die Heimat verraten, meinte Strache. Nur die FPÖ vertrete noch die Interessen der Heimat.
Mit dem Volksbegehren "Österreich bleibt frei" wolle man ein klares Signal setzen gegen "diese abgehobene Politik. Wir wollen unsere Neutralität bewahren, ein klares Bekenntnis, dass die Türkei nichts in der Europäischen Union verloren hat", die Türkei sei ein asiatisches Land. Am Ende würden Marokko und Algerien und auch Israel noch kommen. Er wolle auch nicht, dass österreichische Soldaten im Ausland Blut vergießen.
"Dieses Land hat schon einen jungen Zorro gebraucht, der den Menschen etwas zurückbringt, das man ihnen weggenommen hat", meinte Strache. Vor allem um den Mittelstand müsse man sich verstärkt kümmern. Denn dann habe auch der "kleine Mann" seinen Arbeitsplatz gesichert. Weitere Themen in Straches Rede waren dieselben wie früher bei Jörg Haider; kriminelle Asylwerber, Asylmissbrauch, ein Adoptionsrecht für Homosexuelle oder die Familienpolitik, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Die FPÖ sei wieder geschlossen, "diese FPÖ kann man nicht zerstören, wir sind der Hermann Maier der Innenpolitik, wir haben ewiges Leben in uns, weil wir eine Kraft haben: die Kraft, an uns zu glauben". Die Partei habe auch die schlimmsten Selbstreinigungen überlebt. Straches Rede wurde mit kurzen Standing Ovations beklatscht.
Schnell: "Wir sind eine rechte Partei"
Auch Landesparteiobmann Karl Schnell kritisierte die Ausländer- und Asylpolitik der Bundesregierung. Er verlange von jedem Freiheitlichen, dass er das Volksbegehren unterstützte, denn "das Kraftwerk Strache" brauche den Beweis, dass es Unterstützung habe. Heute mache es wieder Spaß, Politik zu machen. Er bekenne sich auch dazu, "wir sind eine rechte Partei, keine rechtsradikale Partei, sondern eine rechte", sagte Schnell und erntete Applaus.
Die FPÖ werde noch vor dem Sommer eine Initiative starten, um die Paragraf-15a-Vereinbarung aufzuheben und keine Asylwerber in Salzburg mehr aufzunehmen. (apa)
