Sonntag, 26. Juni 2005

Überflutungen & Murenabgänge: Schwere Unwetter in weiten Teilen Österreichs

  • Besonders betroffen sind Kärnten, Salzburg und Tirol

Im Dauereinsatz waren am Samstagabend die Feuerwehren in Mittelkärnten, nachdem schwere Unwetter vor allem im Bezirk St. Veit niedergegangen waren. Zahlreiche Keller wurden überflutet, Muren gingen ab, Straßen wurden unterspült. Schwere Unwetter sorgten am Samstagabend auch in Teilen des Salzburger Pinzgaus für Überschwemmungen, Murenabgängen und Straßensperren. Blitzschläge, Muren und Überflutungen haben in Teilen Nordtirols wieder Sachschäden angerichtet. Personen wurden nach Angaben der Gendarmerie nicht verletzt.

Besonders heftig fielen die sintflutartigen Regenfälle am Zollfeld nördlich von Klagenfurt aus. Mehrere Landesstraßen mussten gesperrt werden, ein Autofahrer wurde in einer Eisenbahnunterführung von den Wassermassen eingeschlossen, er wurde von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. In Maria Saal sorgte starker Hagelschlag für Schäden auf Feldern und in Hausgärten. Aber auch die Landeshauptstadt blieb nicht verschont, im Norden der Stadt mussten die Florianijünger zahlreiche Keller auspumpen, Hänge drohten abzurutschen und mussten gesichert werden.

Nach rund einer Stunde zogen die Unwetter nach Osten ab. Bis sie das Lavanttal erreichten, hatten sie allerdings bereits deutlich an Intensität verloren. Trotzdem gab es auch in Wolfsberg Alarm. Ein Blitz schlug in ein Wirtschaftsgebäude ein und löste einen Dachstuhlbrand aus. Die Höhe des Schadens stand vorerst nicht fest.

Schwere Unwetter zogen über den Salzburger Pinzgau hinweg
Schwere Unwetter sorgten am Samstagabend in Teilen des Salzburger Pinzgaus für Überschwemmungen, Murenabgängen und Straßensperren. Enorme Regenmengen gingen nach 18.30 Uhr in kurzer Zeit vor allem im Großraum Zell am See nieder. Auf Grund von Überflutungen musste die Ortsdurchfahrt von Zell am See am Abend vorübergehend gesperrt werden, teilte die Gendarmerie mit.

In der Fuchslehenstraße in Zell am See wurden die Bewohner eines Hauses evakuiert, weil ein Hang abzurutschen drohte. Im Bereich Thumersbach musste die Feuerwehr mehrere Keller auspumpen. In Piesendorf-Aufhausen war die B 168 wegen eines Murenabganges für knapp eine Stunde gesperrt. Im so genannten Aufhausergraben wurden bei einem Güterweg zwei Brücken weggerissen, 45 Haushalte waren damit ohne Zufahrt. In einigen Bereichen kam es durch die Unwetter auch zur Unterbrechung der Strom- und der Trinkwasserversorgung.

Auch im Ortsteil Gasteg von Maria Alm verursachte der starke Regen Überschwemmungen und führte zur Verklausung eines Gerinnes im Grießbachgraben. Die Feuerwehren im Pinzgau waren mit 200 Mann und 29 Fahrzeugen im Einsatz.

Sachschäden in Teilen Nordtirols
Blitzschläge, Muren und Überflutungen haben am Samstag in Teilen Nordtirols wieder Sachschäden angerichtet. Personen wurden nach Angaben der Gendarmerie nicht verletzt.

Durch Blitzschlag geriet ein Unterstand der Jagdgenossenschaft Sellrain und in einem Waldstück nahe der "Seigesalm" (Bezik Innsbruck-Land) in Brand. Die Feuerwehr konnte die Flammen rasch löschen.

Bei Kirchberg im Unterland kam es zu mehreren Überschwemmungen. Am Gendarmerieposten wurde durch Wassereintritt vom Dach eine Computeranlage beschädigt. Hochwasserschäden gab es außerdem an der so genannten Laner Brücke und bei der Hennleitenunterführung an der dortigen Bundesstraße. Die B 170 musste für drei Stunden gesperrt werden. Die Umleitung erfolgte über das Ortsgebiet. Die Feuerwehr war mit 33 Mann und fünf Fahrzeugen im Einsatz und pumpte aufgestautes Wasser ab.

Betroffen war am Abend auch die Inntalautobahn bei Ampass. Dort löste sich südlich der Autobahnausfahrt Hall Mitte auf Grund eines starken Gewitters eine Mure, die den Pannenstreifen, bzw. den Verzögerungsstreifen der Autobahnausfahrt sowie den erstn Fahrstreifen Richtung Kufstein durch Schlamm und Wassermassen verlegte. Die A12 wurde ab 19.00 Uhr für den gesamten Verkehr Richtung Kufstein gesperrt. Die Ausleitung erfolgte über die Anschlussstelle. Ebenso wurde die Zufahrt Hall West in Richtung Kufstein gesperrt. Der Verkehr wurde über das Bundesstraßennetz bis zur Auffahrt Wattens umgeleitet. Auch die Anschlussstelle Hall Mitte war wegen Überflutung der Tulferer Landesstraße nicht passierbar. Der Rückstau reichte in kurzer Zeit bis Innsbruck Ost und konnte erst gegen 21.15 Uhr abgebaut werden. Die Aufräumungsarbeiten des 20 Zentimeter hoch stehenden Schlamm auf dem Pannenstreifen und rechten Fahrstreifen führten die Autobahnmeistereien Plon und Vomp durch. Sämtliche Kanalschächte mussten von einer Spezialfirma gereinigt werden. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in die späten Nachtstunden.

In Ampass selbst waren die dortige Landesstraße betroffen. Die Straße war unpassierbar. Die Feuerwehr führte Aufräumarbeiten durch.

In Fulpmes und Telfes im Stubaital wurden zahlreiche Keller und Straßenstücke überflutet. In Fulpmes, in den Fraktionen Tschaffinis und Medraz waren zahlreiche Häuser und im Ortszentrum vorwiegend Geschäfte betroffen. Der Sturm entwurzelte mehrere Bäume. Die Bundesstraße im im Bereich der Zufahrt Medrazer Stille war kurzzeitig erschwert passierbar. Die Feuerwehren waren waren mit elf Fahrzeugen und 105 Mann im Einsatz.

Im Zillertal waren Orte zwischen Strass und Fügen betroffen. Keller und Straßen wurden überflutet. In Reith im Alpbachtal wurde die Alpbacher Straße durch vier überlaufende Bäche vermurt und bis zu einem halben Meter hoch durch Schotter und Schlamm verlegt. Im Oberland musste die Gemeindestraße zwischen der Zufahrt zum Gewerbegebiet Tschirgant und Schlierenzau im Gemeindegebiet Roppen und Haiming nach dem Abgang mehrerer kleiner Muren für den gesamten Verkehr auf unbestimmte Zeit gesperrt werden.

Und bei Zirl löste Blitzschlag einen Waldbrand aus. Das Feuer zerstörte am Hechenberg eine Waldfläche von etwa 500 Quadratmetern.
(apa)

26.6.2005 14:07