Lotto-Vierfach-Jackpot: Die "Angst" der Österreicher vor den acht Millionen Euro
- Trafikanten basteln selbst die "Vierfach-Jackpot"-Fahnen
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Am Freitag ist der Ansturm auf die Lotto-Annahmestellen in Wien unverändert stark, auch in der Trafik in der Liechtensteinstraße 88 in Wien-Alsergrund. Ein Arbeiter der MA48 macht in einer "Kehrpause" seine sechs Kreuzerl, hofft aber, die acht Millionen nicht alleine abzustauben: "Das macht mir ein bisschen Angst", sagt er, der am Freitag 11,30 Euro eingesetzt hat und ansonsten wöchentlich nur vier Tipps a 0,85 Cent abgibt.
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"Lieber wäre mir, ich gewinne zwei Millionen und drei andere dürfen sich mit mir freuen", sagt der türkischstämmige Mann, der seit 30 Jahren mit seiner Familie in Wien lebt. Gern teilen würde auch jene 75-jährige Dame, die in der Trafik in der Heiligenstädter Straße 90 unweit des Karl-Marx-Hofes ihren Schein abgibt. "Eigentlich spiel' ich nimmer für mich, das hat keinen Sinn mehr. Ich tipp' für meine fünf Kinder, sechs Enkerl und zwei Urenkerl", erzählt sie.
Trafikant Christian Gänsthaler, der neben dem Geschäft in Döbling auch eine Trafik in der Rötzergasse in Hernals betreibt, wundert sich über die heimische Lotto-Hysterie: "Immerhin liegen bei den Euro-Millionen 52 Millionen im Topf, darüber schreibt keiner." Er hat sich wie auch die Inhaberin der Lotto-Kollektur in der Wallensteinstraße 4 in der Brigittenau selbst eine Vierfach-Jackpot-Fahne "gebastelt", die es als Werbematerial von den Lotterien nicht gibt.
In der Trafik in der Leopoldsgasse in Wien-Leopoldstadt ist es am Vormittag eher ruhig. "Aber heute war schon einiges los", berichtet der Trafikant. "Noch raucht das Online-Terminal nicht - aber am Samstag ab 15.00 Uhr werden wir wie üblich in solchen Fällen gestürmt." Amüsierter Nachsatz: "Die Leute warten immer bis zu letzten Augenblick - bei den Zahlen von 1 bis 45 ändert sich ja auch so viel...". Auch er hat sich übrigens mit einer höchst originellen Notlösung bei dem nicht erwarteten Vierfach-Jackpot beholfen: Er hat die Dreifach-Jackpotfahne mit einer normalen Jackpotfahne daneben ergänzt - drei und eins ist schließlich auch vier.
"Ist das auch wirklich der garantierte Siegertipp?" - diese Frage hängt der Besitzerin in der Lotto-Kollektur in der Wallensteinstraße schon zum Hals raus: "Das hab ich diese Woche hunderte Male gehört. Ich sag' immer: wenn ich zaubern könnt', würd ich in Las Vegas für einen karitativen Zweck auftreten." Einige ihrer Kunden spielen Lotto, obwohl sie der Ziehung der Zahlen an sich misstrauen. "Es gibt einen, der behauptet immer, dass die Kugeln mit Laserstrahlen beeinflusst werden." (apa/red)
