Nach neuem Schlag gegen Kinderpornos: Salzburger Pfarrer unter Konsumenten!
- Ausgeforschter Priester soll Geständnis abgelegt haben
- Geistlicher verzichtet bis auf weiteres auf Dienst in Pfarre
·Ö: Wieder Razzia gegen Kinderpornos!
7 Verdächtige mit viel Last-Material wurden aufgespürt
·Erfolgreiche Razzia gegen Kinderpornos
Hausdurchsuchungen bei 96 Personen durchgeführt
Unter den 96 Verdächtigen, die in der Vorwoche in ganz Österreich als Konsumenten von Kinderpornos ausgeforscht wurden, ist auch ein Pfarrer aus dem Pinzgau. Der Priester hat laut Zeitungs-Bericht ein Geständnis abgelegt. Insgesamt wurden in Salzburg zehn Verdächtige angezeigt.
Einschlägiges Material wurde nach einem Bericht der "Salzburger Nachrichten" auch am Computer des Pfarrers gefunden. Der Rechner wurde beschlagnahmt und wird jetzt untersucht: "Bei diesen Sachen geht es immer wieder auch um die Weitergabe", betonte die Kriminalabteilung. Es gehe um die Frage, ob das Material "nur" für den Eigengebrauch erworben oder auch weiterverkauft worden sei.
Die Ausforschung der Täter geht zurück auf Ermittlungen amerikanischer Behörden im Jahr 2003, die Kreditkartenbenützungen zur Beschaffung des verbotenen Materials ermittelt haben. Es gebe keine Hinweise, dass außer dem Pfarrer noch jemand anderer seine Kreditkarte benutzt haben könnte, heißt es dazu. Eine Stellungnahme der Erzdiözese Salzburg gibt es nicht.
Geistlicher verzichtet vorerst auf Dienst in der Pfarre
Der Pfarrer wird von sich aus bis auf weiteres auf den Dienst in der Pfarre verzichten. Das sagte der Generalvikar der Erzdiözese, Johann Reißmeier, im Gespräch mit der APA. Die Kirche wird zunächst keine weiteren Schritte setzen. "Wir warten den Ausgang des Strafverfahrens ab", so Reißmeier.
Er sei erst am Donnerstag von einer Klausur aus einem Kloster zurückgekommen und habe sich noch am Abend mit dem Geistlichen getroffen, sagte der Generalvikar. Der Pfarrer habe auch ihm gegenüber zugegeben, dass er sich Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen habe. Er habe aber betont, dass er keine Kinderpornos hergestellt und auch nicht weitergegeben habe. "Es gibt keine Querverbindung", so der oberste Verwaltungschef der Erzdiözese.
Was mit dem Priester geschieht, könne er noch nicht sagen. "Ich muss schauen, dass er eine Begleitung bekommt", so Reißmeier, denn dem Geistlichen gehe es derzeit nicht gut.
Staatsanwältin Barbara Feichtinger sagte zur APA, dass sie gegen den 67-jährigen Pfarrer noch heute, Freitag, Strafantrag erstellen werde. Der Strafrahmen beträgt bis zu zwei Jahren. (apa/red)
