Mittwoch, 22. Juni 2005

Hatte Affäre mit ihrem Stiefsohn: Fünf Monate bedingte Haft für eine Kärntnerin!

  • Verurteilte sagt: "Hatte mich irgendwie in ihn verliebt"

Eine Liebesaffäre mit ihrem 15-jährigen Stiefsohn brachte einer 37-jährigen Villacherin am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt fünf Monate bedingte Haft ein. Ihr Verteidiger erbat sich drei Tage Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Er hat mir andauernd Komplimente gemacht und sogar mit Selbstmord gedroht, sollte ich ihn nicht erhören", versuchte die Beschuldigte ihr Dilemma zu erklären. Auch hätte die Frau ihrem Stiefsohn erklärt, dass sie zu alt für ihn sei, sagte sie Richter Oliver Kriz. Das Abweisen der Avancen habe jedoch nichts genützt: "Du bist die perfekte Frau für mich", soll der Jugendliche immer wieder zur Stiefmutter gesagt haben.

Im Herbst vergangenen Jahres kam es schließlich zu ersten sexuellen Kontakten zwischen Stiefmutter und Stiefsohn: "Ich bin draufgekommen, dass ich mich irgendwie in ihn verliebt hatte", sagte die Beschuldigte aus. Die Romanze sollte jedoch nicht lange andauern, als der Ehemann von einer Alkoholentziehungskur zurückkehrte, flog die Sache auf. Anzeige erstattet hatte schließlich die in der Steiermark lebende Mutter des 15-Jährigen, bei der er nun wieder wohnt. Was der Jugendliche dem Gericht erzählte, blieb verborgen, er sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Verteidiger Hans Gradischnig stellte zu Beginn der Verhandlung klar, dass er den Sachverhalt selbst nicht bekämpfen wolle. Dass seine Mandantin allerdings ein Autoritätsverhältnis ausgenutzt haben soll, verstehe er nicht: "Es war eigentlich umgekehrt", sagte Gradischnig. Der Anwalt überlegt nun, das Urteil zu berufen. "Die Situation ist sehr interessant. Wo sind die Geschädigten?"

(apa)

22.6.2005 13:40