ORF plant nächste Gebührenerhöhung:
Ab 2007 sollen Programmentgelte steigen
- Lindner will noch längere Zeit Generaldirektorin bleiben
- Massive Quotenrückgänge eine "wilde Unterstellung"
ORF-Generaldirektorin Monika Lindner geht in der aktuellen Ausgabe von "tv media" davon aus, dass 2007 die nächste Erhöhung der ORF-Gebühren kommen muss. "Das wird notwendig sein", wird Lindner im "Standard" zitiert. Zur möglichen Höhe - 2004 stiegen die Programmentgelte um 8,3 Prozent - machte sie keine Angaben.
Lindners Funktionsperiode läuft noch bis 2006, bereits im Vorjahr hatte sie angekündigt, bei der nächsten ORF-Wahl wieder antreten zu wollen. Der ORF brauche "in dieser schwierigen Situation Kontinuität", begründete sie dies im "Kurier".
Weitere Einsparungen im ORF seien notwendig, bekräftigte Lindner, wobei sich auch Personalmaßnahmen abzeichnen, aber "keine Blutströme" fließen würden. "Vielleicht geht sich's auch anders aus, mit Pensionierungen und anderen Möglichkeiten. Ich will ja keine Panik erzeugen", so die Generaldirektorin im "Standard".
Dass der ORF massiv unter Quotenrückgängen zu leiden habe, weist Lindner im "Kurier" als "wilde Unterstellungen" zurück: "Das ORF- Fernsehen liegt trotz stärkster Konkurrenz immer noch auf sehr hohem Niveau." Generell wollen die Zuschauer ihrer Ansicht nach aber "zunehmend auf ihre Interessen hin zugeschnittene Programme". Entsprechende Überlegungen für Spartenkanäle hatte Lindner bereits vor einiger Zeit im ORF-Publikumsrat geäußert. Derzeit fehle dafür eine Finanzierung, sagt sie nun.
Aber: In den ORF-Archiven läge reichhaltiges Material, und "vorhandene Programme sind nicht so teuer", meint sie im "Standard". Laut "Kurier" wäre darüber hinaus eine Beteiligung am ARD-/ZDF- "Kinderkanal" "überlegenswert". (apa/red)
