"Häftlinge sehen eigentlich ganz gut aus": Gudenus sorgt für Eklat im KZ Mauthausen!
- Bundesrat diskutierte mit Rabbi über "Auschwitzlüge"
- Zeichnung als "Beleg", dass Vergasung nicht stattfand
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Historischer Fehlgriff des umstrittenen BR Gudenus
Von einem bedenklichen Auftritt des Bundesrates John Gudenus im Konzentrationslager Mauthausen berichtet eine Wiener Wochenzeitung unter Berufung auf ein Protokoll des Innenministeriums. Demnach hat die Gruppe um Gudenus in der Gedenkstätte immer wieder die "Auschwitzlüge" diskutiert. Gudenus selbst fiel in der Fotoausstellung mit der Aussage auf, "dass jugendliche Häftlinge auf einem Bild eigentlich ganz gut aussehen würden (in Bezug auf ihren körperlichen Zustand) und er (Gudenus, Anm.) schlechter aussehe."
Die Wochenzeitung "Falter" beruft sich auf ein von einem Beamten des Innenministeriums angefertigtes Protokoll. Demnach kam Gudenus am 4. Mai gemeinsam mit einem Rabbi und 15 weiteren rund 70-jährigen Personen nach Mauthausen. Im Protokoll heißt es: "Die Mitglieder der Gruppe versuchten immer wieder mit dem Rabbiner ins Gespräch zu kommen und erklärten ihm u. a., dass sogar ein israelischer Wissenschafter erforscht habe, dass die Zahl der vergasten Juden nicht stimmen könne. Ein Herr erklärte anhand einer Zeichnung (!!!), auf der eine Gaskammer und die Tür abgebildet sind, dass man hier sehen könne, dass eine Vergasung hier nicht funktionieren hätte können."
Der Besuch erfolgte übrigens am Tag der Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus im Parlament, zu der Gudenus als Bundesrat eigentlich eingeladen gewesen wäre. Kurz zuvor, am 26. April, hatte Gudenus Zweifel an der Existenz der Gaskammern angemeldet und sich für eine wissenschaftliche Prüfung dieser Frage ausgesprochen. Für seine in Folge getätigte Aussage - "Es gab Gaskammern, aber nicht im Dritten Reich. Sondern in Polen" - droht Gudenus nun die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität und ein Gerichtsverfahren.
SP-Darabos spricht von "skandalösem Auftritt"
SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos ist nach dem "skandalösen Auftritt" von Bundesrat John Gudenus im Konzentrationslager Mauthausen "sprachlos". Was Gudenus unter dem vermeintlichen Deckmantel der parlamentarischen Immunität gesagt habe, sei unfassbar, so Darabos in einer Aussendung. Im Übrigen kritisiert der SP-Politiker, dass Kanzler Wolfgang Schüssel solche Leute groß gemacht habe, indem er sich die FPÖ zwei mal in die Regierung geholt habe.
Der "Falter" zitiert in diesem Zusammenhang einen namentlich nicht genannten Wiener Staatsanwalt mit den Worten: "Ich glaube, dass der Mann auch verrückt ist und nach einem starken Abgang sucht." Gudenus selbst war nicht zu einer inhaltlichen Stellungnahme bereit. Ob die im "Falter" zitierten Zitate zutreffen, wollte er nicht beurteilen: "Ich weiß es nicht. Ich nehme zu nichts Stellung." (apa/red)
