Dienstag, 21. Juni 2005

Worüber Österreich sich ärgert: 'Stinker' & schmutzige Toiletten bringen auf die Palme

  • Weiters unfreundliche Bedienung und der Hundekot
  • Offene Gesellschaft: Nackte Haut stört fast niemanden

Unsaubere Toiletten treiben Frau und Herrn Österreicher am meisten auf die Palme. An der zweiten Stelle der Top-Ärgernisse rangieren jene Mitmenschen, die unangenehme Gerüche verbreiten. Das geht aus einer an Montag veröffentlichten Studie des Online-Marktforschungsinstitutes Marketagent.com hervor.

Der Umfrage zufolge sind die Österreicher besonders reinlichkeitsliebend. Rund drei Viertel der befragten Personen bringen unhygienische öffentliche Klosetts (75,2 Prozent) und "Stinker" (74,4 Prozent) zur Weißglut. Vor allem Frauen empfinden es als äußerst abstoßend, wenn sie das öffentliche "stille Örtchen" verdreckt vorfinden (80,9 Prozent, Männer: 68,0 Prozent) und ihre Zeitgenossen nicht viel von Körperpflege halten (82,7 Prozent, Männer 64,0 Prozent).

Auf den weiteren Rängen der Top-Fünf der nervigsten Faktoren rangieren unfreundliche Bedienung (72,6 Prozent) und das Vordrängeln in Warteschlangen (66,0 Prozent). 63,4 Prozent der Österreicher echauffieren sich, wenn sie die verrichtete Notdurft der Vierbeiner mitten am Gehsteig bzw. im Park vorfinden.

Neben den hohen Sprit- und Benzin-Preisen, an denen 63,0 Prozent der 500 web-aktiven Umfrageteilnehmer die Wände hochgehen, bringen 60,0 Prozent "Unpünktlichkeit" und 57,4 Prozent "Leute, die nicht Bitte/Danke sagen können" in Rage. Besonders auffallende geschlechterspezifische Unterschiede können bei den Faktoren "Ausspucken in der Öffentlichkeit" (Frauen: 64 Prozent, Männer: 42,8 Prozent) und "Raser bzw. Drängler im Straßenverkehr" (Frauen: 62, 6 Prozent, Männer: 46,4 Prozent) geortet werden.

Männer gehen hingegen speziell, wenn sie lauwarmes Bier serviert bekommen, die Wände hoch (45,9 Prozent, Frauen: 31,3 Prozent) und fühlen sich deutlich stärker als Frauen durch laut am Handy redende Personen gestört (42,3 Prozent, Frauen: 36,7 Prozent), so Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com.

Personen reiferen Alters echauffieren sich deutlich häufiger wegen "Abfällen auf der Straße oder am Gehsteig" (14- bis 19-Jährige: 28,8 Prozent, 50- bis 59-Jährige: 65,9 Prozent) und "Bürokratischer Ämter und Behörden" (14- bis 19-Jährige: 28,8 Prozent, 50- bis 59-Jährige: 58,0 Prozent). Als "bieder" darf man die österreichische Bevölkerung nicht bezeichnen. Wenn sich Leute freizügig präsentieren bzw. viel nackte Haut zeigen, so stört das so gut wie niemanden - oder in nackten Zahlen: nur 3,6 Prozent.
(apa/red)

21.6.2005 11:29