Montag, 20. Juni 2005

Drama im Safaripark Gänserndorf geht weiter: Schließung des Affenhauses droht

  • NÖ Grüne schlagen Alarm: Wohin mit 80 Affen?
  • Petrovic: "Räumung binnen 14 Tagen unmöglich"

Dem ehemaligen Safaripark Gänserndorf droht ein weiteres trauriges Kapitel. Laut NÖ Grünen soll heute, Montag, bei der Sitzung des Gänserndorfer Gemeinderates die Räumung des Affenhauses binnen 14 Tagen beschlossen werden. Klubobfrau LAbg. Madeleine Petrovic schlägt Alarm: "Das ist unmöglich. Für die Tiere hat man bis jetzt keine alternative Unterbringung gefunden. Man kann doch nicht 80 Primaten umbringen."

Die NÖ Grünen haben deshalb neuerlich einen Antrag an das Land Niederösterreich gestellt, das Affenhaus zu erhalten und die wissenschaftlichen Projekte fortzusetzen. "Das Affenhaus hat mittlerweile internationale Bedeutung erlangt. Außerdem wäre der Standort überaus geeignet für exotische Tiere, die am Flughafen Schwechat ankommen und unter Quarantäne stehen", hofft Petrovic auf ein Einlenken der Politik.

Der Gemeinderat will, so teilten die Grünen mit, der Pächterin das Nutzungsrecht für das Areal entziehen. Damit wäre auch das Schicksal des Affenhauses besiegelt. Dem 2.500 Quadratmeter großen Gebäude ist ein 6,5 Hektar großes Gehege für die aus der Pharma-Industrie stammenden Primaten angeschlossen. Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben beliefen sich auf rund 6,9 Mio. Euro, die zur Gänze vom Pharma-Konzern Baxter finanziert wurden. Dieser kommt auch für die Haltungskosten der Tiere auf. Das Affenhaus wurde erst im Dezember 2002 eröffnet.(apa/red)

20.6.2005 14:37