Montag, 20. Juni 2005

Caritas-Direktor appelliert an Regierung:
"Europäisierung der Flüchtlingspolitik"

  • Landau kritisiert "unwürdiges Hin- & Herschieben" in EU
  • Fordert Zugang zu Arbeit & Wohnraum für Asylbewerber

Der Wiener Caritas-Direktor Landau hat die Regierung anlässlich des Weltflüchtlingstages am Montag aufgerufen, während des von ihr geführten EU-Ratsvorsitzes 2006 für eine "konsequente Europäisierung im Bereich Flüchtlingspolitik" einzutreten. Es dürfe in Europa kein "unwürdiges Hin- und Herschieben von Menschen" mehr geben, wie dies jetzt der Fall sei, sagte Landau zum "Kurier".

Landau bezieht sich mit seinen Aussagen auf das EU-Abkommen "Dublin 2", wonach Asylbewerber in jenes EU-Land zurückgeschoben werden müssten, in dem sie Unionsterritorium erstmals betreten hätten. Ausnahmen von dieser Regel solle es zumindest für "besonders Schutzbedürftige" geben, forderte Landau.

In einem solchen Fall solle jener Staat zuständig sein, in dem der Betreffende erstmals einen Asylantrag gestellt habe. In einem zweiten Schritt könne man nach Landaus Vorstellungen dann über einen Mechanismus zur Aufteilung von anerkannten Flüchtlingen entscheiden.

Der Caritas-Direktor forderte auch verstärkte Maßnahmen zur Integration anerkannter Flüchtlinge. "Da geht es um Zugang zu Arbeit und Wohnraum, vor allem aber auch um faire und gerechte Lebensperspektiven."(apa/red)

20.6.2005 11:03