Österreichs Straßen zu weniger sicher?Unfallrisiko bei uns höher als im EU-Schnitt!
- 2004 starben 109 Österreicher pro Million Einwohner
- VCÖ fordert Maßnahme wie Tempo 80 auf Landstraßen
Das tödliche Unfallrisiko ist auf Österreichs Straßen höher als im EU-Schnitt, wie eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zeigt. Pro Million Einwohner starben in Österreich im Vorjahr 109 Menschen bei Verkehrsunfällen.
Das sind bezogen auf die Einwohnerzahl fast doppelt so viele Verkehrstote wie in Schweden (59 Tote pro Mio. Einwohner) und um 60 Prozent mehr als in der Schweiz. Am gefährlichsten ist es laut VCÖ- Studie im Straßenverkehr in Litauen und Lettland.
"Österreich liegt bei der Verkehrssicherheit nur im Mittelfeld, im Vergleich zu den EU-15 sogar nur im Schlussdrittel", sagte Martin Blum vom VCÖ. Das liege daran, dass in Österreich Verkehrssicherheitsmaßnahmen, die in anderen Ländern gang und gäbe sind, fehlen. Blums Kritik: Im Vergleich zu den sichersten Staaten werde in Österreich weniger kontrolliert, die Strafen sind niedriger und die Tempolimits auf Freilandstraßen höher.
VCÖ fordert Tempo 80 auf Landstraßen
Der VCÖ forderte daher mehr Alkohol- und Tempokontrollen, höhere Mindeststrafen sowie Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen und den flächendeckend mehr Bus- und Bahnverbindungen. Das Beispiel Schweiz zeige, dass mit einem dichteren Bus- und Bahnnetz die Verkehrssicherheit erhöht wird. In der Schweiz mit 7,7 Millionen Einwohnern kamen laut VCÖ im Vorjahr 509 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Österreich hingegen 878.
Als einen richtigen Schritt in Richtung mehr Verkehrssicherheit betrachtet der Verkehrsclub das Vormerksystem, das in Österreich am 1. Juli eingeführt wird. Optimal sei die österreichische Lösung aber noch nicht - Blum: "In Frankreich, Deutschland und Italien hat der Punkteführerschein zu einem deutlichen Rückgang der tödlichen Verkehrsunfälle geführt. In diesen Ländern umfasst er aber deutlich mehr Delikte. Besonders schlecht ist, dass in Österreich die Hauptursache für tödliche Unfälle, Raserei, nicht enthalten ist."
(apa/red)
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