Erholungsfaktor in den Ferien leidet: Drei bis vier Wochen Freizeit wären notwendig
- Österreicher urlauben zwar öfter - aber auch kürzer
- Kurzurlaube reichen zur Erholung meistens nicht aus

Die Österreicher gehen immer öfter, dafür aber immer kürzer auf Urlaub. Diese Entwicklung schadet massiv dem Erholungswert, den die freien Tage haben sollten, warnt Alexander Haider von der Arbeiterkammer.
"Durch das Tempo, den Termindruck und die hohen Anforderungen in der Arbeitswelt bedarf der Mensch immer wieder eines Ausgleiches." So erläutert der Arbeitnehmerschutz-Experte die Hauptfunktion des Urlaubs. Obwohl auch am Abend und bei kurzen Pausen während des Tages eine Erholung stattfindet, sammelt sich die Belastung an und man braucht eine längere Auszeit - und zwar laut dem Arbeitswissenschafter "mindestens drei bis vier Wochen."
Erholung
Im Urlaub sollte man hauptsächlich für das Zeit finden, was Spaß macht. Das ist nicht für jeden das Gleiche. Punkto Urlaub kann man zwei Haupttypen unterscheiden: Die eine Gruppe will möglichst wenig tun, liegt auf der "faulen Haut", am besten am Strand.
Abenteuer
Hyperaktive hingegen suchen den Ausgleich im Abenteuer. Haider nennt als Beispiel Sportbegeisterte, die auf die Berge hinauf und womöglich mit dem Mountainbike wieder hinunter hetzen - Abwechslung ist die Hauptsache. Auch unsere Freizeit wird "immer rasanter", konstatiert der Experte.
Mehr Erlbnisse
Es gebe einen allgemeinen Trend, immer mehr Erlebnisse in die gleiche Freizeit hineinzupacken. Die Menschen nehmen aus der Arbeitswelt das Bedürfnis mit, dass alles immer schneller gehen muss. Das Resultat ist ein allgemeiner Wandel der Gesellschaft, eine Beschleunigung des ganzen Lebens, erklärt Haider.
Trend: Kurzurlaube
Immer günstigere Reiseangebote und die Möglichkeit, schnell und einfach mit dem Flugzeug ferne Orte zu besuchen, verstärken den Trend zu Kurzurlauben. Eine Woche ist aber aus Sicht der Arbeitswissenschaft so gut wie gar nichts wert, diese Zeit braucht man allein zum Abschalten und Loslösen.
Urlaub als Belastung
Für viele unvorstellbar: Es gibt auch eine Gruppe von Menschen, die im Urlaub gar keine Erholung findet - eine Minderheit zwar, aber auch keine verschwindend kleine, so Haider. Diese Arbeitsfreudigen gehen in ihrer Tätigkeit auf. Sich davon zu lösen bedeutet für sie eine Belastung - und demnach bietet der Urlaub für sie kein Vergnügen. (apa)
