Montag, 13. Juni 2005

Wiener Robo-Kicker wurden in allen drei Mannschaftsgrößen Europameister

  • 16:1 Kanter-Sieg gegen Erzrivalen Slowenien
  • Spielerischer Text für Forschungsprojekt im Weltraum

Mit einem Titel-Hattrick im Gepäck sind Roboter-Fußballer und deren menschliche Trainer der Technischen Universität (TU) Wien von der Europameisterschaft in der Vorwoche an der Universität Twente (Niederlande) nach Hause zurückgekehrt. Besondere Freude bereitete "Teamchef" Peter Kopacek, dass die Wiener Mannschaften sogar die als große Rivalen gehandelten Deutschen und Slowenen besiegten.

Gespielt wurde in der Federation of International Robotsoccer Association (FIRA) in den Kategorien "mid size" (fünf gegen fünf), "large size" (sieben gegen sieben) und "X-large size" (elf gegen elf). Österreich war mit den TU-Teams "AUSTRO" in allen Kategorien angetreten. In der mit neun Teams am stärksten besetzten "mid size"-Kategorie schoss sich der regierende Weltmeister AUSTRO mit Kantersiegen über Holland, England und Slowakei ins Finale. Erzrivale Slowenien wurde sogar mit 16:1 deklassiert.

Dramatisches Finale
In der "large size"-Kategorie kämpften sechs Teams um den ersten Platz, und auch hier war AUSTRO siegreich. Die Vorrundenspiele und das Semifinale wurden klar gewonnen. Das Finale entwickelte sich jedoch zu einer Zitterpartie. Nach einem 1:1 Pausenstand gingen die Slowenen zu Beginn der zweiten Halbzeit mit 3:1 in Führung. Nach einer "Runderneuerung" der TU-Robis und einer geänderten Strategie flitzten sie über das Spielfeld und siegten vielleicht etwas glücklich, aber laut Kopacek doch verdient mit 5:4.

Klarer Sieg mit 11er-Team
Die Königsdisziplin "X-large size" war am schwächsten besetzt, da die wenigsten Teams über elf Roboter verfügen. Es waren daher nur Deutschland, Slowenien und Österreich vertreten. AUSTRO trug zwei "zu Null"-Siege in der Vorrunde davon. Ein 6:0 gegen Slowenien im Finale brachte den TU-Robis schließlich den beachtlichen EM-Titel-Hattrick.

Versuchsfeld für Weltraumtechnik
Roboter-Fußball ist nur auf den ersten Blick pure Spielerei. Techniker betrachten die Konstruktion und Programmierung der während des Spieles völlig autonom agierenden Robos als große Herausfordertung. Kopacek soll sich nicht zuletzt auf Grund seiner Erfahrungen mit den kleinen High-tech-Kickern auch für ein japanisches Energie-Forschungsprojekt im Weltraum engagieren. Dabei sollen Roboter selbsttätig ein Netz aus Solarzellen im Weltraum warten. (APA/red)

13.6.2005 14:18