Banken-Ehe: Treue-Schwüre aus Mailand

Der neue Oberboss, Alessandro Profumo, streut der BA-CA im NEWS-Talk Rosen: Ein starker Turbo fürs Ostgeschäft.
Der italienische Kultbanker Alessandro Profumo und HVB-Boss Dieter Rampl lächelten nach dem Abschluss des Milliardendeals geradezu um die Wette. Profumo sprach von einer kraftvollen Bank, Rampl betonte die Vorreiterrolle der UniCredit und der HVB in der europäischen Bankenkonsolidierung. Kurzum: Die beiden zogen eine perfekte Show ab und präsentierten sich als gleichwertige Partner.
Kapitulation. Involvierte Banker sehen die Sachlage freilich etwas differenzierter. Wirklich Grund zum Lachen habe nämlich bloß der höchst ehrgeizige UniCredit-Boss Profumo. Für Rampl und die HVB sei der Deal hingegen schlichtweg eine Kapitulation und totale Selbstaufgabe, da sich die Bank vollends in die Arme der UniCredit werfe. Die Italiener, so die Einschätzung, haben das Sagen, die Zugeständnisse Profumos seien nur Beruhigungspillen für die HVB.
Die Fakten unterstreichen diese Einschätzung. Die dahinsiechende bayerische Bank ist mit einer Bilanzsumme von 477 Milliarden Euro zwar fast doppelt so groß wie die UniCredit, ließ sich aber dennoch schlucken. Noch dazu zum Schnäppchenpreis und ausdrücklich auf eigenen Wunsch.
Optimismus in Wien. In der Wiener BA-CA-Zentrale reagierte das Topmanagement auf den Eigentümerwechsel anstelle der HVB ist künftig die UniCredit der Hauptaktionär pragmatisch bis höchst erfreut. Zumal Profumo zusicherte, dass die Osteuropa-Geschäfte auch künftig von Wien aus geleitet werden. Der Banker sagte sogar zu, dass auch die Verantwortung für die Aktivitäten in Russland, dem Baltikum und der Türkei nach Österreich verlagert werden. Bislang standen diese Länder unter der Obhut der HVB. Ebenfalls fix: BA-CA-Boss Erich Hampel wird künftig auch im UniCredit-Vorstand sitzen.
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