Freitag, 17. Juni 2005

Als Dankeschön: Michael Jackson ließ Riesen-Party für Fans und Familie steigen

  • Staatsanwaltschaft hält Jackson aber noch für Gefahr
  • Neue Details um das Urteil der Jury bekannt gegeben

Familie und Fans haben in Kalifornien mit einer riesigen Party den Freispruch von Popstar Michael Jackson vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs gefeiert. Etwa 400 Menschen versammelten sich im Chumash-Kasino, in dem eigentlich Jacksons Bruder Tito auftreten wollte. Dann entschloss er sich, stattdessen eine Dankesfeier zu veranstalten, wie ein Bandmitglied erklärte. Jackson war allerdings nicht zu sehen, um seinen Fans persönlich für ihre Unterstützung zu danken.

Unter den Gästen war am Freitagabend auch die Geschworene Pauline Coccoz, die Jackson gemeinsam mit elf anderen Juroren am Montag freigesprochen hatte. Sie zeigte sich gerührt von der Einladung. "Als ich hereinkam, spielten sie 'Beat It', und ich habe fast geweint", sagte sie. Zuvor hatte sie ein Armband erhalten, das den Eintritt in das Kasino ermöglichte. Sie habe auch ihre Familie mitgebracht, um zu demonstrieren, dass sie Jackson vertraue. Reporter waren im Veranstaltungssaal nicht zugelassen.

Die Gäste jubelten, als Jacksons Mutter Katherine zu den Klängen von "I'll Be There" eintrat. "Wir hätten es ohne euch nicht schaffen können", sagte sie. Tito stand neben ihr und legte ihr eine Hand auf die Schulter.

Staatsanwaltschaft hält Jackson noch für Gefahr
Die Staatsanwaltschaft hält Jackson unterdessen immer noch für eine mögliche Gefahr. Staatsanwalt Tom Sneddon sagte, Kinderschänder seien sehr schwierig zu behandeln und könnten immer wieder rückfällig werden. Sein Kollege Ron Zonen erklärte, wenn Jackson wieder Kinder in sein Bett hole, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass er eine Gefahr für die Kinder darstelle.

Jacksons Hauptverteidiger Thomas Mesereau sagte am Freitag in der "Tonight Show", Sneddon habe einen persönlichen Feldzug gegen seinen Mandanten geführt und verloren. Sneddon habe mit der Staatsanwaltschaft jahrelang nach möglichen Klägern gesucht, "und das beste, was sie gefunden haben, war diese Familie, die wir von A bis Z diskreditiert haben".

Jacko bekommt seinen Reisepass zurück
Richter Rodney Melville stellte am Donnerstag in Aussicht, dass Jackson nun seinen Reisepass zurück erhalten wird. Bei seiner Verhaftung im November 2003 hatte der Popstar den Ausweis abgeben müssen. Damit sollte eine mögliche Flucht aus dem Land verhindert werden.

Michael will seine Sex-Hefte wiederhaben
Die Anwälte des Popstars haben auch die Herausgabe von mehr als 600 Gegenständen beantragt, die die Polizei bei einer Durchsuchung von Jacksons Neverland-Ranch in 2003 konfisziert hatte. "Mr. Jackson will seine Sachen zurück haben", sagte Anwalt Robert Sanger nach Medienberichten vom Donnerstag. Das Gericht wollte zu einem späteren Zeitpunkt über die Rückgabe der Gegenstände, darunter zahlreiche Sex-Hefte und Fotobände, entscheiden.

Richter wird Prozess-Dokumente veröffentlichen
Melville zeigte sich bereit, bis jetzt unter Verschluss gehaltene Prozess-Dokumente zu veröffentlichen. Dies könne aber wegen des großen Umfangs des Materials bis zu einem Monat dauern.

Neue Details: Jury konnte sich über Alkohol-Anklagepunkt nicht einigen
Über die Jury-Beratungen wurde am Donnerstag bekannt, dass sich die zwölf Geschworenen zunächst in einem Anklagepunkt nicht einigen konnten. Es handelte sich dabei um den Vorwurf, dass Jackson seinem jugendlichen Beschuldiger Alkohol gereicht haben soll. Laut Gerichtsprotokoll hatte die Jury den Richter über ihr Problem informiert, sich dann aber wenig später zu einem Freispruch durchgerungen.

(apa/red)

17.6.2005 11:36