Schlechte Bilanz für Österreich: Wir sind schon fast das "Klimaschlusslicht der EU"!
- Nur noch Spanien weiter von seinem Kyoto-Ziel entfernt
- 23,2 Mio t. Treibhausgas in sechs Jahren sparen
"Österreichs ist 30 Prozent von seinem Kyoto-Ziel entfernt und mit Volldampf in die falsche Richtung unterwegs", das teilte der WWF unter Berufung auf die neueste Klimaschutzbilanz der EU mit, die am Freitag von der Kommission veröffentlicht werden soll. "Damit ist Österreich im Klimaschutzranking der EU vom viertletzten Platz im letzten Jahr im EU-Vergleich auf den vorletzten Platz abgerutscht", sagte WWF-Klimaexperte Markus Niedermair.
Das ehemalige Umweltmusterland Österreich sei damit zum Klimaschlusslicht der EU geworden. Nur noch Spanien sei damit weiter von seinem Kyoto-Ziel entfernt als Österreich. Schuld an dieser Verschlechterung sei laut WWF ein CO2-Rekordanstieg von 5,9 Prozent. Zurückzuführen sei dieser neben dem "altbekannten Klimaschutz-Sorgenkind Verkehr" vor allem auf den ständig steigenden Stromverbrauch und die steigende Kohleverbrennung in Österreichs Kraftwerken.
Um die Kyoto-Ziele zu erfüllen, müsste Österreich laut Angaben des WWF bis in sechs Jahren 23,2 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen. Das sei mehr als der gesamte CO2-Ausstoß des Bundeslandes Niederösterreich.
Die Analysen des WWF würden zeigen, dass Österreich für diesen Kraftakt nicht annähernd vorbereitet ist: Sieben Millionen Tonnen sollen durch den Kauf von Emissionszertifikaten im Ausland abgebaut werden. Für 6,5 Millionen gebe es Maßnahmen im Inland, die "bis heute aber noch keine Wirkung zeigen", und für weit mehr als zehn Millionen Tonnen gebe es "keinen konkreten Plan". Der WWF forderte deshalb ein "Notfallpaket zur Stabilisierung des Stromverbrauchs" und den sofortigen Ausstieg aus der Kohleverbrennung.
(apa/red)

