Donnerstag, 16. Juni 2005

NEWS spürte Ex-Libro-Chef in Amsterdam auf: Stark gezeichneter Rettberg packt aus!

  • 'Komme jetzt zurück & stelle mich meiner Verantwortung'
  • Das Exklusiv-Interview über seine Flucht und Libro-Pleite

Reporter des Nachrichtenmagazins NEWS spürten den seit 16 Monaten flüchtigen ehemaligen Libro-Chef André Rettberg in Amsterdam auf. Im Exklusivinterview für die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins spricht der stark gezeichnete Rettberg erstmals über seine Flucht und die spektakuläre 340-Millionen-Euro-Pleite des damals börsennotierten Konzerns. "Ich komme jetzt zurück nach Österreich und werde vor Gericht meine Unschuld beweisen", kündigt der Topmanager von einst gegenüber NEWS an.

"Einst war ich durch den Wert meiner Libro-Aktien Schilling-Milliardär, jetzt habe ich nichts mehr", so Rettberg zu NEWS. Obwohl sich den NEWS-Reportern das Bild eines psychisch und physisch gezeichneten Mannes bot, zeigt sich Rettberg fest entschlossen, zu kämpfen: "Ich werde mit aller Kraft meine Unschuld beweisen", so der Mann, dem die Anklagebehörde Wiener Neustadt versuchte betrügerische Krida im Zusammenhang mit seinen Privatschulden vorwirft, zu NEWS.

Die "schonungslose Wahrheit" will Rettberg im Zusammenhang mit der spektakulären Libro-Pleite, die noch ein gerichtliches Nachspiel haben dürfte, offen legen. "Ich war der Libro-Chef und muss die Verantwortung zuerst bei mir suchen. Aber ich bin nicht der Sündenbock. Ich habe sicherlich Fehler gemacht, aber nie gegen Gesetze verstoßen", so Rettberg zu NEWS.

Die ganze Libro-Unternehmenskultur habe sich mit der Börsennorierung geändert: "Nach dem Börsengang ging es nur noch um das schnelle Geld. Die Aktionäre waren daran interessiert, in möglichst kurzer Zeit viel Geld herauszuholen", so der frühere Konzernchef im NEWS-Interview. "Als es dann 2001 darum ging, Libro mit einer Finanzspritze zu sanieren, war ich der einzige Großaktionär, der dazu bereit war, Geld in die Hand zu nehmen. Die anderen hatten schon gut verdient und waren nicht bereit, davon wieder etwas zu reinvestieren. Es erinnerte mich an das brutale amerikanische System der "corporate raider", also nimm was du kriegen kannst und wenn nichts mehr da ist, dann war es das eben", kritisiert Rettberg gegenüber NEWS.

"Ich war als Vorstandsvorsitzender verantwortlich wie Johann Knöbl als Finanzvorstand. Auch der Aufsichtsrat hat seine Verantwortung wahr genommen", so Rettberg zu NEWS. "Bedenken Sie, was für Kapazitäten im Aufsichtsrat von Libro waren: UIAG-Chef Kurt Stiassny als bestens informierter Aufsichtsratsvorsitzender, der als Kapazität bekannte Universitätsprofessor Christian Novotny als sein Stellvertreter, der "Krone"-Wirtschaftschef und "Gewinn"-Herausgeber Georg Wailand ebenso als Aufsichtsrat wie der erfahrene Karl Michael Millauer. Sollte es zu einem Prozess wegen dem Libro-Konkurs kommen, werden diese Wirtschaftsautoritäten belegen können, wie verantwortungsvoll Libro auch von ihnen geführt wurde", zeigt sich der frühere Topmanager im NEWS-Interview überzeugt.

Zu seiner Rückkehr nach Österreich konnte sich Rettberg nun entschließen, da der internationale Haftbefehl nach monalelangem Bemühen von Rettberg-Anwalt Elmar Kresbach vergangenen Montag vom Justizministerium aufgehoben wurde. Am Dienstag empfing Rettberg im Beisein von NEWS jenes Schreiben, das ihm nun freies Geleit zusichert. "Nun kann ich um meine Rehabilitierung kämpfen.Ich will wieder leben können", so Rettbergs erste Reaktion. Der NEWS vorliegende Geleitbrief wurde gegen eine Kaution von 150.000 Euro ausgestellt.

Die ganze Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

16.6.2005 09:58