Nach Spekulationen auf Zinsgefälle zu den
USA: Euro fällt auf ein Neunmonats-Tief
- "Werden in Euroland tatsächlich die Geldschleusen geöffnet, dürfte das dann sich noch stärker ausweitende Zinsgefälle den Dollar weiter steigen lassen"
Spekulationen auf ein steigendes Zinsgefälle zu den USA haben den Euro am Montag zeitweise auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten gedrückt. Die Gemeinschaftswährung kostete am Vormittag 1,2060 Dollar. "Werden in Euroland tatsächlich die Geldschleusen geöffnet, dürfte das dann sich noch stärker ausweitende Zinsgefälle zu den USA für einen weiter steigenden US-Dollar sorgen", sagte Analyst Christian Pohl von der FXdirekt Bank.
Wie andere Börsianer verwies er auf ein Magazin-Interview des Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, vom Wochenende. Darin hatte Issing auf die Frage, ob die Finanzmärkte mit ihrer Erwartung einer Zinssenkung in den kommenden Monaten richtig lägen, geantwortet: "In der Vergangenheit haben die Finanzmärkte die geldpolitischen Entscheidungen der EZB so gut wie immer richtig eingeschätzt." Im Gegenzug wird an den Finanzmärkten damit gerechnet, dass die US-Notenbank (Fed) Ende Juni den Leitzins zum neunten Mal in Folge um 25 Basispunkte auf dann 3,25 Prozent anheben wird. Zum Schweizer Franken legte der Dollar ebenfalls zu. Die US-Währung kostete am Vormittag 1,2746 Franken.
(apa/red)

