14.6.2005 14:20

Generalprobe für die WM 2006: Weltbeste Teams kämpfen um 7. Confederations Cup

  • Deutschland: Von 15. - 29.6. geht's um "Mini-WM-Krone"
  • Weltmeister Brasilien gilt beim Turnier als großer Favorit

"Die Welt zu Gast bei Freunden", lautet der Slogan für die WM 2006 in Deutschland. Das Beste der Fußball-Welt will es schon ein Jahr davor genau wissen. Der siebente "Confederations Cup" dient den acht teilnehmenden Mannschaften, aber auch den Veranstaltern, den Sicherheitskräften, den Medien etc. als Generalprobe. Klar, dass alle glänzen wollen - vom Weltmeister Brasilien bis zum Außenseiter Australien.

Millionen Kiebitze vor den TV-Geräten, an die 600.000 Besucher (bisher über 500.000 Karten verkauft) in den fünf Stadien und auch die nationalen Verbände dürfen sich auf das Kicker-Fest freuen. Denn jede der acht Auswahlen erhält als Startprämie 853.000 Euro fix. Der Sieger des bis 29. Juni dauernden FIFA-Turniers, das nun stets zwölf Monate vor der Endrunde im WM-Land stattfinden wird, kassiert 2,275 Mio. Euro.

Neben dem fünffachen Weltmeister und dem Ozeanien-Champion "bewerben" sich noch Europameister Griechenland, Olympiasieger Argentinien (Südamerika-Vizemeister hinter Brasilien) sowie die Kontinental-Meister Tunesien (Afrika), Japan (Asien), Mexiko (Nord-/Mittelamerika) und last but not least der gastgebende Vize-Weltmeister Deutschland um die Nachfolge der Franzosen, die zuletzt sowohl 2003 im eigenen Land als auch 2001 triumphierten.

Brasilien will sich zweite Confed-Trophäe holen
Zwei Mal die Trophäe (nach 1997) gewinnen, das möchten nun die Brasilianer, die sich 2003 bereits nach den Gruppen-Spielen verabschieden mussten. "Wir nehmen das Turnier ernst, 2006 ist hier die WM, daher hat das eine gewisse Bedeutung", sagt Ronaldinho nach dem Training, dem in Leverkusen 12.000 Fans beiwohnten. Brasiliens Teamchef Carlos Alberto Perreira versichert trotz des Fehlens von "Urlauber" Ronaldo vor dem ersten Schlager am Donnerstag gegen die Griechen: "Wo immer wir teilnehmen, wollen wir ins Endspiel."

Vor dem ersten Treffen der Länderspiel-Geschichte mit der "Selecao" ist der hellenische Glanz von der Euro 2004 verblasst. In der laufenden EM-Qualifikation in argen Nöten, muss man sich mit Personalsorgen (Dellas, Kapsis/beide verletzt und nicht dabei sowie Zagorakis/fehlt in ersten zwei Spielen) sowie einem Prämienstreit herumschlagen. Die nationale Regierung hat von der versprochenen einen Million Euro für den EM-Titel angeblich nur 750.000 ausbezahlt.

Griechen-Trainer Rehhagel dämpft Erwartungen
EM-Macher Otto Rehhagel dämpft die Erwartungen dementsprechend: "Wir müssen uns anstrengen, dass wir einigermaßen mithalten können." Und vor dem Duell zwischen Europa- und Weltmeister meinte er angesichts der Einwohnerzahlen (16 bzw. 180 Mio.): "Die können fünf Nationalteams stellen."

Eröffnet wird der Confed-Cup am Mittwoch von Argentinien und Tunesien. "Das Team muss immer gewinnen, für uns gibt es gar keinen anderen Weg", posaunt "Gaucho"-Teamchef Jose Pekerman, der mit seinen Schützlingen kürzlich durch ein 3:1 über Brasilien die WM-Fahrkarte gelöst hat.

Besonders im Fokus steht natürlich der Gastgeber, der allein im sportlichen Bereich für das Turnier mit einem Budget von 3,5 Mio. (Quartier, Verpflegung, Arzt- und Physio-Betreuung etc.) plant. Darin ist der Fall des Endspiel-Erreichens und des Sieges mit je 60.000 Euro pro Spieler bereits inkludiert. DFB-Teamchef Jürgen Klinsmann, dessen Truppe einen WM-Fixplatz und daher keine Qualifikationsspiele hat, dient der Confed-Cup als besonders willkommene und echte Standortbestimmung.

Seinem "Jugend-Stil" bleibt er trotzdem treu. "Wir machen weiter mit der Rotation und gehen in diese Mini-WM mit dem Ziel, sie unbedingt gewinnen zu wollen." Obwohl "Klinsi" ankündigte, im Hinblick auf 2006 weiter experimentieren zu wollen, wird in der zweiten Mittwoch-Partie gegen Australien die stärkste Elf antreten. "Wir wollen zeigen, dass wir das Turnier sehr ernst nehmen. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir mit den besten Spielern antreten", sagt Kapitän und Regisseur Michael Ballack. Nach den Euro-Gruppen-Aus 2004 in Portugal hat man einiges gutzumachen.
(apa)

14.6.2005 14:20
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