Mittwoch, 15. Juni 2005

'Ging lediglich um eine Tendenz': Hofmann relativiert Bekenntnis zur ÖFB-Nationalelf

  • Eine Entscheidung ist definitiv noch nicht gefallen
  • "Mir, meiner Frau und Tochter geht es hier sehr gut"

Österreichs Fußballer des Jahres 2004 Steffen Hofmann hat am Mittwochnachmittag seine in einem Interview des "Sportmagazin" (Donnerstag-Ausgabe) getroffenen Aussagen relativiert und abgeschwächt. "Es ging lediglich um eine Tendenz, zu welchem Nationalteam ich tendiere. Und diese Tendenz heißt derzeit Österreich", erklärte der 24-jährige Deutsche am Donnerstag gegenüber der APA.

Hofmann, der mit einer Wienerin verheiratet ist und dessen viermonatige Tochter ebenfalls Österreicherin ist, war vom "Sportmagazin" mit den Worten "das war für mich die bisher schwierigste Entscheidung meines Lebens, weil es eine endgültige ist" zitiert worden. Entscheidung sei laut Hofmann aber definitiv noch keine gefallen: "Erst werde ich mit dem ÖFB sprechen, davor gebe ich keine Entscheidung öffentlich bekannt", sagte der Kapitän von Meister Rapid.

Fest steht, dass sich der torgefährliche Mittelfeldspieler in Wien bereits zu Hause fühlt. "Mir, meiner Frau und meiner Tochter geht es hier sehr gut. Wir fühlen uns wohl. Wieso sollte ich das daher nicht machen und für Österreich spielen?", fragte Hofmann, warum er das ÖFB-Team nicht verstärken sollte. An der Aussage "Ja! Ich will für Österreich spielen", sei nichts falsch.

Hofmann zieht Notbremse
Hofmann verwies aber darauf, dass ein "Einbürgerungsverfahren eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Ich will dabei auf keinen Fall gegenüber anderen Menschen, die die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen, bevorteilt werden", erklärte der Familienvater, der bis dato nicht ins deutsche A-Nationalteam einberufen worden war. Eine Teilnahme am freundschaftlichen Länderspiel am 17. August in Graz gegen Schottland ist dennoch unwahrscheinlich.

Auch Teamchef Hans Krankl und ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig ("Ich freue mich, wenn es so wäre und er das auch so uns gegenüber sagt") übten sich vorerst in Zurückhaltung. "Mit dem ÖFB muss alles geklärt sein, dann werden wir mit einer Pressekonferenz - oder wie der Verband das wünscht - an die Öffentlichkeit gehen", ließ Hofmann wissen.

Bei Rapid steht der Regisseur noch bis 2006 unter Vertrag, einen vorzeitigen Ausstieg hatten die Hütteldorfer nicht zugelassen. "Ich kann das von Seiten von Rapid auch verstehen. Sie wollen die bestmögliche Mannschaft beisammen halten", erklärte Hofmann, dem ein neues Angebot nicht ganz entsprochen hatte. "Mehr Geld ist eben derzeit nicht da", meinte der zurückhaltende Deutsche. "Ich bin auf alle Fälle immer noch stolz darauf, hier zu spielen."
(apa)

15.6.2005 14:54