Rapidler Steffen Hofmann wird ein Rot- weißroter: "Ich will für Österreich spielen"
- "Bisher schwierigste Entscheidung meines Lebens"
- Unstimmigkeiten mit seiner Rapid. PLUS Porträt
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Steffen Hofmann, Österreichs Fußballer des Jahres 2004, hat seine Entscheidung getroffen und wird in Zukunft das österreichische Nationalteam verstärken. "Ja! Ich will für Österreich spielen. ÖFB und Teamchef wollen das auch", erklärte der deutsche Rapid-Kapitän, der nun bald die österreichische Staatsbürgerschaft annehmen dürfte.
Ob Hofmann bereits am 17. August im Freundschaftsspiel in Graz gegen Schottland im ÖFB-Trikot zu sehen sein wird, ist allerdings noch offen. "Es müssen aber noch ein paar Details geklärt werden.", so Hofmann zum "Sportmagazin".
Hofmann ist seit dem Vorjahr mit einer Wienerin verheiratet, mit der er eine vier Monate alte Tochter hat. "Meine Frau möchte auch, dass ich Österreicher werde, sie sagt es aber nicht offen. Ich merk's aber an vielen kleinen Gesten", sagte der 24-Jährige, dessen Familie in Deutschland ebenfalls hinter seiner Entscheidung steht. "Mein Vater war der Erste, der gesagt hat: Spiel für Österreich, denk an die Perspektiven. Die Chance, bei der EM 2008 für den Gastgeber dabei zu sein, ist sehr reizvoll", sagte der Mittelfeldspieler, der sich "im Herzen als Wiener" fühlt, dem "Sportmagazin" und betonte: "Das war für mich die bisher schwierigste Entscheidung meines Lebens, weil es eine endgültige ist."
Ausschlaggebend war wohl auch das offensichtliche Desinteresse der DFB-Verantwortlichen, Hofmann im deutschen Nationalteam eine Chance zu geben. "Ich hab' jetzt seit zwei Jahren Leistung gebracht, und dafür hat man von deutscher Seite sehr wenig mit mir gesprochen", so Hofmann. Die DFB-Team-Chancen wären besser gewesen, hätte er für einen deutschen Bundesligisten gespielt: "Ja, das denke ich auf jeden Fall."
Krankl begrüßt Hofmann.Entscheidung
Grundsätzlich positiv, aber noch mit ein wenig Vorsicht nahmen ÖFB-Teamchef Hans Krankl und -Generalsekretär Alfred Ludwig das Bekenntnis von Hofmann auf: "Ich freue mich, wenn er sich tatsächlich so entschieden hat", meinte der oberste Fußball-Trainer Österreichs.
Er würde sicher eine gute Ergänzung in seinem Kader sein, fügte Krankl hinzu und hofft, dass Steffen gesund bleibt, sich gut auf die neue Saison vorbereiten kann und möglichst rasch zu seiner zuletzt hervorragenden Form findet. "Es wäre allen geholfen, ihm selbst, Rapid und unserem Team. Ab der ersten Runde werde ich ihn - wie alle anderen Teamkandidaten - genau beobachten", so der derzeit auf Urlaub weilende Wiener.
Unstimmigkeiten mit Rapid
Trotz der jüngsten Erfolge gab es mit Rapid zuletzt Unstimmigkeiten. Über seinen Berater Ludwig Kögl wurde Hofmann mitgeteilt, dass er von den Hütteldorfern keine Ausstiegsmöglichkeit aus seinem bis 2006 laufenden Vertrag erhält. Ein Offert des Meisters auf eine Verlängerung des Kontrakts stieß beim Regisseur auf wenig Gegenliebe. "In den Tagen vor dem Cupfinale hat man mir ein neues Angebot gemacht. Das Angebot ist nicht so, wie ich mir das vorgestellt hab'. Da wäre es für mich schöner gewesen, man hätte gar keines gemacht", wurde der Freistoßspezialist im "Sportmagazin"zitiert.
Dennoch fühlt sich Hofmann beim neuen Meister wohl. "Es lässt dich nicht kalt, wenn 20.000 Fans schreien: Steffen, bleib bei uns. Das zeigt mir, dass ich anerkannt bin und mich die Leute mögen", meinte der baldige ÖFB-Teamspieler, der einmal "bei einem guten Verein in der deutschen Bundesliga" spielen will, aber auch betonte: "Spiele ich für Österreich, darf ich immer zu Rapid zurückkommen. Da bin ich mir ganz sicher."
(apa)
