Formel 1 als Lachnummer: US-Grand Prix verkommt nach Reifenskandal zur Farce
- Indy: "Schumi" siegt, nur 6 Piloten am Start
- Friesacher holt mit defektem Minardi erste WM-Punkte
·F1-Skandal: Sagen Sie uns Ihre Meinung
Mitdiskutieren & Postings der anderen Fans lesen!
·Die BILDER von der F1-Groteske in Indy!
6 Autos am Start: Schumi
siegt, Friesacher punktet
·Alle Reaktionen auf die F1-Groteske
Klien empört: "Das ist eine Schande für Sport!"
·"Formel 0", Farce" und "PR-Desaster"
KLICKEN: Internationale Pressestimmen zum GP
·Indy-Groteske: 6. Platz für Friesacher
Kärntner brachte Auto mit kaputtem Getriebe ins Ziel
·Ihre Meinung zählt: Formel-1-Diskussion
Wie wird die erste Saison ohne Legende "Schumi"?
·Endstand der Formel
1-Weltmeisterschaft
Wertungen bei Fahrern und Konstrukteuren 2006
·KLICKEN: Ergebnisse vom Hockenheim-GP
M. Schumacher gewinnt vor Massa und Räikkönen
·UMFRAGE: Wer wird
F1-Weltmeister?
Stimmen Sie ab: Holt Schumi wieder den Titel?
Michael Schumacher hat am Sonntag in Indianapolis erstmals seit acht Monaten wieder einen Grand Prix gewonnen, die Formel 1 hat sich in den USA aber bis auf die Knochen blamiert. Nur sechs Autos nahmen am GP der USA teil, weil die 14 Michelin-Piloten nach der Aufwärmrunde zurückgezogen hatten. Der Österreicher Patrick Friesacher (Minardi) wurde Sechster dieser sportlichen Farce und kam so glücklich zu seinen ersten WM-Punkten, nämlich gleich drei.
Der Grand Prix der USA war bis Minuten vor dem Start überhaupt auf der Kippe gestanden. Weil Michelin nach den Unfällen im Training seine Reifen für nicht sicher erklärt hatte, hätte nur der Einbau einer Schikane vor der Hochgeschwindigkeits-Steilkurve das Antreten aller Teams sichern können. Zumindest neun Teams wären einverstanden gewesen, mit Schikane aber ohne WM-Punkte zu fahren.
Dagegen verwehrte sich aber nicht nur Ferrari sondern auch der Motorsport-Weltverband, weil es damit ein inoffizielles Rennen ohne WM-Punkte gewesen wäre. So fanden sich zwar alle Autos am Vorstart ein, die 14 Michelin-Piloten kamen nach der Aufwärmrunde aber wieder an die Box und beendeten das Rennen, nur die drei Bridgestone-Teams Ferrari, Jordan und Minardi absolvierten danach den neunten WM-Lauf der Saison.
Fans wütend: "Ecclestone ist ein Haufen Sch..."
Rechtlich war damit für die Michelin-Teams die Pflicht erfüllt, die fast 200.000 Fans im größten Motorsport-Stadion der Welt quittierten es aber mit Pfiffen, drohten mit den Fäusten, warfen Plastikflaschen und Dosen auf die Strecke und verließen vorzeitig und in Scharen den Indy-Speedway. "Ecclestone ist ein Haufen Sch...", ärgerte sich ein amerikanischer Fan. "Wir sind hunderte Meilen angereist, niemand hat uns aber gesagt, was hier passiert".
Ausgerechnet in den USA, wo die Formel 1 expandieren will und um mehr Popularität buhlt, lieferte sie damit eine Farce ab. Red-Bull-Sportdirektor Helmut Marko wollte nicht ausschließen, dass dies sogar das Ende der Formel 1 in Nordamerika gewesen sein könnte. "Da kommt eine Menge an Schadenersatzklagen auf die Veranstalter zu", so Marko. Zuletzt hatte es 1981 in Imola ein ähnliches Rennen gegeben, als ebenfalls nur wenige Fahrzeuge gestartet waren.
"Für Formel 1 ein großer Schritt nach hinten"
Red-Bull-Pilot Christian Klien saß nur 15 Minuten nach dem Start schon wieder bei Nudeln und Salat in der Box. "Das ist natürlich frustrierend. Weniger für uns Fahrer aber für die Zuschauer, die ein Rennen mit sechs Fahrern sehen müssen. Das ist für die Formel 1 ein großer Schritt nach hinten", sagte der Vorarlberger. Marko erklärte: "Michelin hat eindeutig gesagt, dass die Reifen für das Banking nicht sicher sind. Als der Bescheid gegen den Einbau einer Schikane kam, blieb uns keine andere Wahl mehr. Das ist einzigartig und eine Ignoranz gegenüber dem Publikum und dem Sport."
Das "Rennen" brachte letztlich mit Michael Schumacher den logischen Sieger, auch wenn der 83. GP-Erfolg des Ferrari-Weltmeisters ein Sieg ohne großen Wert war. Die überlegenen Ferrari überrundeten die anderen Autos und ersparten sich nur knapp die größte Peinlichkeit überhaupt. In der 51. Runde presste sich der aus der Box kommende Schumacher in der rennentscheidenden Szene am führenden Barrichello so knapp vorbei, dass es fast gekracht hätte. Der Brasilianer rodelte über die Wiese und rettete so Platz zwei, Jordan-Pilot Tiago Monteiro (POR) wurde Dritter.
(apa/red)
