"Spielberg Neu": Motorsport wird Rückkehr feiern - Aber keine Formel 1-Rennen geplant
- "Ein Österreichring ohne Rennen ist unvorstellbar"
- Kommen DTM und Motorradrennen? Baubeginn 2007
"Spielberg Neu" schreitet voran. Der zweite Versuch eines Neubeginns auf dem Gelände des früheren Österreich- und A1-Ringes ist laut Projektentwicklungs-Koordinator Ernst Wustinger auf einem guten Weg. Und es wird auf dem neuen "Österreichring" auch wieder Motorsport geben. Zwar natürlich nicht mehr wie bis 2003 die Formel 1, "aber ein Österreichring ohne Rennen ist unvorstellbar", bekräftigte Wustinger.
Dietrich Mateschitz, Boss von Projekt-Co-Investor und Anlagen-Besitzer Red-Bull, hatte unlängst ja gemeint, dass Motorsport in seinem Konzept keine vorrangige Rolle spielen würde. Dem sei prinzipiell auch so, "weil Spielberg primär ein Entertainment- und Test-Center wird", so Wustinger. Aber es werde wieder Rennen geben, vorstellbar sei Automobilrennsport wie DTM aber auch Motorradrennen wie die Superbike-WM.
Eine Rückkehr der Formel 1 sei in den nächsten Jahren natürlich "unrealistisch". Wustinger: "Wichtig ist jetzt die Nachhaltigkeit für die Region. Ziel ist, dass ständig Veranstaltungen sind und die Investoren zeigen können, was sie im Zwei- und Vierrad-Bereich können."
Wustinger (52) ist hauptberuflich Geschäftsführer der in Kapfenberg ansässigen Pankl Racing Systems AG, die auch Präzisionsteile für die Formel 1 liefert. "Deshalb habe ich natürlich auch selbst ein Interesse, dass sich in der Obersteiermark bezüglich Motorsport wieder etwas tut", sagte der Geschäftsführer der "Spielberg Neu Projektentwicklungs GmbH", die "Spielberg Neu" zur baureife bringen soll.
Das gigantische und rund 500 bis 700 Mio Euro teure Projekt "Spielberg alt" war bekanntlich an der Umweltverträglichkeitsprüfung gescheitert. Nach einer Nachdenkpause hatten sich Red Bull und das Land Steiermark aufgerafft, das Projekt in verkleinerter Form wieder anzugehen. Am Nachfolgeprojekt wird nun seit Juni 2005 getüftelt, die Investitionssumme werde bei 100 bis 120 Mio. Euro liegen, sagte Wustinger.
Der Masterplan ist laut Wustinger bereits vergangenen Dezember an Red Bull und die Investoren abgegeben worden. Er rechnet mit einem rund einjährigen Behördenverfahren, somit könne 2007 mit dem Bau begonnen werden. "2008 oder 2009 könnte dann gefahren werden." Noch sind aber bezüglich Genehmigungen restliche "Stolpersteine" aus dem Weg zu räumen.
Einige Grundstückskäufe - Red Bull hatte in Phase eins nicht alle gekauft - seien ebenso noch zu tätigen wie die Mitbenützung des Flughafens auszuhandeln. "Wir sind aber sehr weit, liegen gut im Plan", beruhigte Wustinger. "Es ist ein sehr aufwendiges und komplexes Verfahren und uns stehen 35 Gutachter gegenüber." Bezüglich Grundstücksbesitzer hat man bereits mit der Hälfte eine Einigung erzielt.
Der Masterplan basiert auf den Wünschen der Investoren und soll natürlich den Anforderung an den zukünftigen "Österreich-Ring" möglichst entsprechen. Hauptschwerpunkte von "Spielberg Neu" sind Incentives wie die Vorstellungen neuer Autos, Testfahrten usw. Neu ist die so genannte "Westschleife", die im Bereich des alten Österreichringes wieder eröffnet wird. Dort soll sich nicht nur KTM ansiedeln, sondern es soll auch eine Teststrecke für Magna errichtet werden, die Geschwindigkeits- und Langstreckentests ermöglicht.
Neben dem Einbau von Offroad-Strecken und Möglichkeiten für Fahrsicherheitstrainings wird aber unter Mitarbeit von F1-Architekt Hermann Tilke - er hatte schon den A1-Ring gestaltet - auch der Ring in alter Form wiedererrichtet. "Und natürlich wird es dort auch wieder Rennen geben", sagte Wustinger. Es werde die Möglichkeit geben, auf insgesamt vier bis fünf Strecken unabhängig zu fahren. Das endgültige "Go" werde aber natürlich von Red Bull kommen. "Red Bull ist mein Hauptansprechpartner. Dort wird entschieden, wie es weitergeht."
(apa/red)
