Samstag, 18. Juni 2005

Böse Erinnerungen an das Vorjahr: Crash von R. Schumacher im ersten Indy-Training!

  • Silberpfeile mit Montoya und Räikkönen vor den Ferraris
  • Red Bull Racing mit 30 Zusatz-Pferden in Grand Prix

Ralf Schumacher sorgt in Indianapolis weiterhin für die Aufreger. Nach seinen heiß diskutierten Aussagen über ein vielleicht baldiges Karriereende von Bruder Michael hatte der 29-jährige Deutsche am Freitag im zweiten Freien Training einen Hochgeschwindigkeits-Unfall, der beängstigend an jenen im Vorjahr erinnerte. Wie damals im Rennen krachte der Wahl-Salzburger im Toyota nach einem Reifenschaden ausgangs der Steilwandkurve bei fast 300 km/h in die Mauer, blieb diesmal aber unversehrt.

Vor einem Jahr war Schumacher, damals noch im Williams-BMW, an der gleichen Stelle in der Mauer eingeschlagen und hatte sich neben einer Gehirnerschütterung auch den Bruch zweier Brustwirbel zugezogen, was aber erst später erkannt worden war. Er kehre trotzdem ohne Angst nach Indianapolis zurück, hatte Schumacher gesagt, obwohl das neue Reglement, nach dem heuer am Wochenende nur mehr ein Reifensatz verwendet werden darf, schon für mehrere böse Unfälle gesorgt hatte.

Die McLaren-Mercedes gaben am ersten Trainingstag mit Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen vor den beiden Ferrari den Ton an. Montoya, der sich nach eigenen Aussagen durchaus mit Domestiken-Diensten zu Gunsten Räikkönens abfinden würde, war in beiden Sessionen der schnellste Fahrer.

Neue Motor-Ausbaustufe bei Red Bull
Red Bull Racing macht sich für den neunten WM-Saisonlauf am Sonntag (20.00 Uhr MESZ) berechtigte Hoffnung auf Punkte. Das austro-britische Team setzt in Indianapolis die neueste Ausbaustufe des Cosworth-Motors ein, die über rund 30 PS mehr verfügt. Zwischen zwei und fünf Zehntel könnte das bringen, hofft man bei Red Bull. Vergangenen Sonntag waren Coulthard und Klien in Montreal nur dank vieler Ausfälle in die Punkteränge gekommen.

"Wir sollten auf jeden Fall besser dabei sein als in Montreal und hoffen, aus eigenen Kräften in de Punkte fahren zu können", so RB-Sportdirektor Helmut Marko. "In Montreal war Sauber schneller als wir, hier sollten wir sie wieder hinter uns lassen, außerdem vom Speed her an die Williams und Toyota herankommen. In Summe ist mir ein Ausfall in den Punkterängen aber lieber als wir gurken irgendwo hinten herum."

Scott Speed präsentiert sich reif für die Formel 1
Im Gegensatz zu Montreal lieferte RB-Testpilot Scott Speed diesmal am Freitag ausreichend Reifendaten, auch wenn der junge US-Amerikaner knapp langsamer war als David Coulthard. Dass der 22-jährige GP-2-Pilot, der nicht zuletzt aus Marktgründen für die zwei Nordamerika-Rennen an Stelle von Tonio Liuzzi aufgeboten wurde, überfordert sei, bestritt Marko heftigst.

"Er hat mit den Leistungen in den anderen Kategorien bewiesen, dass er reif für die Formel 1 ist. Man darf ihn nicht mit den Stammfahrern vergleichen, sondern mit jenen, die hier auch zum ersten Mal fahren. Und die hat er hinter sich gelassen", so Marko. Die anhaltenden Darm-Probleme des Red-Bull-Juniors aus Kalifornien, der gerne der erste US-Amerikaner in der Formel 1 seit Michael Andretti 1993 wäre, seien ebenfalls kein Grund, an Speeds Talent zu rütteln. Marko: "Er ist zwar nicht pumperlgesund, er hat die Entzündung aber im Griff."


Freitag-Ergebnisse des Freien Trainings für den Formel-1-WM-Lauf um den Großen Preis der USA in Indianapolis:

Erstes Freies Training: 1. Juan Pablo Montoya (COL) McLaren-Mercedes 1:12,027 - 2. Ricardo Zonta * (BRA) Toyota 1:12,085 - 3. Fernando Alonso (ESP) Renault 1:12,666 - 4. Nick Heidfeld (GER) Williams-BMW 1:12,804 - 5. Jenson Button (GBR) BAR-Honda 1:12,865 - 6. Pedro de la Rosa * (ESP) McLaren-Mercedes 1:12,913 ... 10. Michael Schumacher (GER) Ferrari 1:13,242 - 14. David Coulthard (GBR) Red Bull Racing 1:13,740 - 15. Scott Speed * (USA) Red Bull Racing 1:13,846 - 16. Christian Klien (AUT) Red Bull Racing 1:14,444 - 22. Patrick Friesacher (AUT) Minardi 1:16,343 - Kimi Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes ohne Zeit.

Zweites Freies Training: 1. Juan Pablo Montoya (COL) McLaren-Mercedes 1:11,118 - 2. Kimi Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes 1:11,228 - 3. Rubens Barrichello (BRA) Ferrari 1:11,746 - 4. Michael Schumacher (GER) Ferrari 1:11,758
- 5. Nick Heidfeld (GER) Williams-BMW 1:11,825 - 6. David Coulthard (GBR) Red Bull Racing 1:12,076 ... 8. Scott Speed * (USA) Red Bull 1:12,143 - 9. Fernando Alonso (ESP) Renault 1:12,265 - 14. Christian Klien (AUT) Red Bull 1:12,664 - 20. Patrick Friesacher (AUT) Minardi 1:13,783. Ralf Schumacher (GER) Toyota ohne Zeit.

* Testpiloten nur für freies Training zugelassen

(apa)

18.6.2005 07:27
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