Renault-Doppelausfall und die Ferraris am Stockerl: F1-Karten wieder neu gemischt?
- Auch Räikkönen spürt nach Kanada-Sieg Rückenwind
- Schumacher: "Noch keine eine Wende im WM-Rennen"
·Räikkönen holt sich Sieg beim Kanada-GP
Ferrari stark: Schumacher 2., Barrichello 3. - Klien 8.
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Kanada-Grand-Prix
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Wertungen bei Fahrern und Konstrukteuren 2006
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Mateschitz will Vorarlberger
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·Flavio Briatore tönt jetzt: "Ergebt euch"
Renault-Chef glaubt fest an den WM-Titel für Alonso!
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Stimmen Sie ab: Holt Schumi wieder den Titel?
Der Grand Prix von Kanada hat das Formel-1-Feld zumindest vorübergehend wieder näher zusammen gebracht. Die bisher so starken Renault-Boliden erlebten in Montreal ihren ersten Saison-Totalausfall, auch weil WM-Leader Fernando Alonso seinen ersten Fahrfehler in diesem Jahr beging. Dadurch rückte der siegreiche Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes dem Spanier in der WM wieder näher. Und auch die Ferrari sind wieder da.
Die roten Renner haben den Abstand zur Konkurrenz zweifellos verkürzt. In welchem Ausmaß das gelungen ist, lässt sich auf Grund der Ereignisse beim achten Saison-Rennen freilich noch nicht exakt abschätzen. Bei ihrem ersten Doppel-Podestplatz 2005 profitierten auch Michael Schumacher und Rubens Barrichello von den zahlreichen Ausfällen. Unterm Strich bleibt aber auch die neunte Ferrari-Niederlage in Folge.
Daher meinte auch Teamchef Jean Todt: "Dieses Ergebnis ermutigt uns. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir eigentlich gewinnen wollen." In den italienischen Gazetten wurde das Abschneiden der "Scuderia" freilich bereits wieder als eine Art Auferstehung gefeiert. "La Stampa" meinte sogar: "Die beiden Ferrari flößen wieder Furcht ein."
Schumi glaubt noch nicht an Wende
Ausgerechnet Schumacher widerspricht den Medien aber indirekt, der Titelverteidiger glaubt noch nicht an eine Wende: "Die Geschwindigkeit, um ein Rennen zu gewinnen, hatten wir dieses Jahr schon öfter. Uns fehlt aber immer noch die Leistungskonstanz über ein ganzes Renn-Wochenende", erklärte der Deutsche. Schumacher ist nun mit 24 Punkten Fünfter der Fahrer-Wertung, 35 Zähler hinter dem führenden Alonso.
Mit dieser Position wäre Jenson Button hoch zufrieden, doch der Brite steht trotz Pole Position wieder einmal mit leeren Händen da. Im Training hatten er und Takuma Sato in den BAR-Honda überzeugt, in der Konstrukteurswertung ist das Team aber weiter punktlos. Button nahm die Schuld für sein Touche mit der Mauer aber auf sich: "Das war das enttäuschende Ende eines sonst ermutigenden Wochenendes." BAR-Sportdirektor Gil de Ferran sieht dem Rennen am Sonntag in Indianapolis dennoch mit Optimismus entgegen.
Renault trotz Doppel-Out gelassen
Bei Renault nahm man das Doppel-Out von Alonso und Fisichella zumindest nach außen hin nicht tragisch. Teamchef Flavio Briatore bemühte die Wahrscheinlichkeitsrechnung: "So ist die Formel 1. Einmal geht es gut, das nächste Mal wieder gut. Wichtig ist aber, dass das Auto gut gelaufen ist und wir in der WM noch immer voran liegen." Fisichella sah in einer ersten Reaktion auch für Indianapolis schwarz, da er in Montreal früh ausgefallen war. "Da werde ich jetzt als einer der Ersten ins Qualifying müssen, das wird hart."
Ungetrübt war die Freude auch bei McLaren nicht, auch wenn Räikkönen die vierte starke Leistung in Folge ablieferte. Daraus resultierten drei Siege, nur auf dem Nürburgring hatte ihn ein Reifenplatzer gestoppt. Wäre der nicht gewesen, läge der Skandinavier nun nur noch zehn statt 22 Punkte hinter Alonso. "Ich bin hierher gekommen, um zehn Punkte zu holen - und ich hab sie", zog Räikkönen ein simples Resümee.
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug stand noch unter dem Eindruck des Rennens: "Das war dramatisch wie selten. Die WM ist offen, auch wenn der Abstand noch groß ist." Dazu trug auch Juan Pablo Montoya bei, dessen Blackout in der Safety-Car-Phase dem Team vermutlich den Doppelsieg kostete. "Ich muss das Überfahren der roten Ampel jetzt so schnell wie möglich vergessen", meinte der Kolumbianer. "Denn ich liebe Indianapolis und dort sollten wir wieder eine gute Siegchance haben."
(apa/red)
