Wer wird Königin von Wimbledon? Kampf um den Thron Scharapowas kann beginnen
- Davenports unerwartete Rückkehr ins Tennis-Mekka
- AUT ist out: Keine Österreicherin im Hauptbewerb dabei
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Im Vorjahr im Alter von 17 Jahren sensationell Wimbledon-Siegerin, muss sich Maria Scharapowa diesmal bei den All England Championships in London mit viel Druck und jeder Menge Herausforderinnen herumschlagen. Neben der Russin zählen u.a. ihre Landsfrauen Jelena Dementjewa und Swetlana Kusnezowa, die Weltranglisten-Erste Lindsay Davenport (USA), die Paris-Siegerin Justine Henin-Hardenne (BEL), die jüngere Williams-Schwester Serena (USA) oder die Französin Amelie Mauresmo zu den großen Favoritinnen auf den Wimbledon-Triumph. Österreicherin ist keine am Start, Yvonne Meusburger und Sybille Bammer waren in der zweiten Qualifikationsrunde gescheitert.
Tennis-Model Scharapowa kehrt als Star nach London zurück, 2004 hatte sie mit dem Finaltriumph über Serena Williams noch die Tennis-Welt ordentlich auf den Kopf gestellt. "Ich habe keine Schmetterlinge im Bauch, spüre aber jede Menge Vorfreude in mir. Hier leben all die schönen Erinnerungen wieder auf, es ist aufregend", meinte die 18-Jährige, die in Sibirien geboren wurde und im Alter von neun Jahren auf der Suche nach der großen Karriere mit ihrem Vater und einer Hand voll Dollar Richtung USA aufbrach.
Seit Wimbledon 2004 hat sich viel verändert, Scharapowa ist die weltweite Nummer eins der weiblichen Sportvermarktung und dank lukrativer Werbeverträge zur Dollar-Multi-Millionärin geworden. Im vergangenen Oktober war sie in der Internet-Suchmaschine KaZaZZ! vor Britney Spears, Paris Hilton und Pamela Anderson Suchobjekt Nummer eins. Im Vorjahr hatte sie auf den Pressekonferenzen noch handschriftlich vorbereitete Statements unters Volk gebracht, mittlerweile gibt sie Interviews souverän im Stundentakt.
"Viele Dinge haben sich verändert"
"Viele Dinge auf dem Platz und abseits davon haben sich verändert", weiß die Nummer zwei der Weltrangliste, die im September ein eigenes Parfüm auf den Markt bringen wird. "Ich bin eine viel komplettere Spielerinnen als noch vor einem Jahr", glaubt Scharapowa, obwohl ihr Erfolg auf dem Platz mit dem abseits davon nicht Schritt halten kann.
Nach dem Wimbledon-Triumph scheiterte die Dollar-Multi-Millionärin bei den Grand-Slams in Australien in Runde drei, bei den US-Open im Halbfinale und in Paris im Viertelfinale. 2005 hat das 1,83 Meter große Mädchen bis dato drei Turniere in Tokio, Doha und Birmingham gewonnen.
Größte Herausforderin der Titelverteidigerin könnte die Belgierin Henin-Hardenne werden, die Scharapowa im Paris-Viertelfinale 6:4,6:2 abgefertigt hatte. Auf Gras sind jedoch das starke Service und die harten Grundschläge der Russin weitaus effektiver als auf Sand. "Ich habe keine Angst vor ihr, Sand ist ihr Lieblingsbelag. Auf Gras geht alles viel schneller", meint Scharapowa cool.
Williams-Schwestern auf Zurückeroberungs-Tour
Auf der Suche nach der Zurückeroberung der Herrschaft im Damen-Tennis sind die Williams-Schwestern. Venus (Siegerin 2000, 2001) und Serena (2002,2003), nach großen Verletzungsproblemen im Jänner 2005 Australian-Open-Champion, ließen den Gegnerinnen lange Zeit mit ihrem Power-Serve-and-Volley keine Chance, die Konkurrenz hat jedoch stark aufgeholt bzw. überholt. Zu einem reinen Williams-Finale wie 2002 und 2003 kann es nicht mehr kommen, die Schwestern würden nämlich bereits in Runde vier aufeinander treffen.
Eine unerwartete Rückkehr nach Wimbledon gibt es für die Weltranglisten-Erste Davenport (29). Vor genau einem Jahr hatte die Amerikanerin nach der Halbfinal-Pleite gegen Scharapowa gemeint: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in zwölf Monaten hierher zurückkehre. Ich spüre kein Feuer mehr." Der Grund für die Trendwende war vor allem eine sensationelle US-Hartplatz-Saison 2004 mit vier Titeln und 24 Siegen in Serie. Die Tennis-Pension als Hausfrau mit 18,5 Millionen Dollar auf dem Konto, Mann Jon Leach (Investment-Banker) und zwei Rottweilern muss also weiter warten. Davenport wäre übrigens die erste verheiratete Wimbledon-Siegerin seit Chris Evert 1981.
(apa)
