Donnerstag, 16. Juni 2005

Kristensen will der "König von Le Mans" werden: Däne kann zum 7. Mal triumphieren

  • 50 Jahre nach der großen Le-Mans-Katastrophe
  • Rallye-Weltmeister Loeb im Training am schnellsten

Langstreckenspezialist Tom Kristensen will sich zum "König von Le Mans" krönen. Dem Audi-Piloten winkt am Wochenende bei der 73. Auflage des 24-Stunden-Klassikers für Sportwagen der insgesamt siebente Triumph. Sollte Kristensen dieser Coup gelingen, wäre er alleiniger Rekordhalter. Bisher teilt sich der 37-jährige Däne die Bestmarke mit Altmeister Jacky Icks, der ebenfalls auf sechs Erfolge auf dem nordfranzösischen Hochgeschwindigkeitskurs kam.

Audi beherrschte in den vergangenen Jahren das Geschehen auf dem 13,650 Kilometer langen Kurs nach Belieben. Am Samstag (16:00 Uhr) droht den Bayern in der Königsklasse LM P1 wegen einer Reglementsänderung vor allem durch die beiden Pescarolo-Besatzungen harte Konkurrenz. Der Audi R8 muss bei seinem letzten Le-Mans-Einsatz mit 50 Kilogramm Zusatzgewicht und 30 PS weniger als die Sportwagen der jüngsten Generation antreten.

"Für unsere Teams und vor allem für unsere Fahrer wird Le Mans härter als je zuvor", meinte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. Kristensen, der Le Mans 1997, 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004 gewonnen hat, wird gemeinsam mit dem Finnen JJ Lehto und dem Deutschen Merco Werner an den Start gehen.

Mittwochnacht im Training zeigten die französischen Herausforderer Sebastien Loeb (Rallye-Weltmeister), Eric Helary und Soheil Ayari in einem Pescarolo-Judd mit ihrer Bestzeit von 4:01,197 Minuten, wie schwer es es für Audi wird, die Siegesserie fortzusetzen.

Le Mans 2005 bedeutet aber auch Erinnerung an schreckliche Motorsportzeiten. Genau vor 50 Jahren wurde der 24-Stunden-Klassiker zur größten Katastrophe in der Geschichte des Motorsports. 82 Menschen kamen ums Leben und rund 100 wurden verletzt, als der Mercedes des französischen Formel-1-Fahrers Pierre Levegh in die Zuschauerränge geschleudert wurde und explodierte.

(apa)

16.6.2005 13:54