"Kampf jeder gegen jeden droht" Schüssel
befürchtet Verschärfung des EU-Streits
- Bei Gipfel sei "einiges an Porzellan zerbrochen worden"
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Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) befürchtet nach dem gescheiterten EU-Gipfel eine massive Verschärfung des innereuropäischen Streits. In einem Interview der ARD-Tagesthemen bejahte er am Samstagabend die Frage, ob nun ein Kampf jeder gegen jeden drohe: "Das ist die Gefahr", sagte Schüssel. Bei dem Brüsseler Gipfeltreffen sei "einiges an Porzellan zerbrochen worden".
Schüssel wertete das Scheitern als "vergebene Chance". Er glaube nicht, dass man in drei, sechs oder neun Monaten "wesentlich gescheiter" sein werde. Der EU-Gipfel sei an der Blockade Großbritanniens, Schwedens und der Niederlande gescheitert.
Schüssel warnte den britischen Premierminister Tony Blair davor, in seinem künftigen Amt als EU-Ratsvorsitzender seinen nationalen Willen den anderen Mitgliedern aufzuzwingen. Der Vorsitz sei ein "Dienst an der Gemeinschaft". Er müsse versuchen, einen gemeinsamen Nenner zu schaffen. Die Briten wollten keine Vertiefung der Union sondern "ein anderes Europa" mit mehr Markt. Ein rein wirtschaftsliberales Modell verabschiede sich aber vom europäischen Sozial- und Wirtschaftsmodell. (apa/red)
