Sonntag, 19. Juni 2005

60. Geburtstag von Suu Kyi: Hunderte feiern Oppositionsführerin von Burma

  • Friedensnobelpreisträgerin steht unter Hausarrest

Mehrere hundert Menschen haben am Sonntag in Rangun den 60. Geburtstag der unter Hausarrest stehenden burmesischen Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gefeiert. In dem von Sicherheitskräften schwer bewachten Sitz der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) versammelten sich rund 400 Menschen, unter ihnen auch ausländische Diplomaten.

Der Parteivorsitzende Aung Shwe verlas eine Erklärung, in der die Partei Suu Kyi "langes Leben, Glück und Gesundheit" wünschte. Gleichzeitig erklärte er die Bereitschaft der NLD zu Gesprächen mit der regierenden Militärjunta. Die Politikerin verbrachte auch ihren Geburtstag in ihrem Haus in Rangun, wo sie weder Besuche noch Telefongespräche empfangen darf.

Im Innern des baufälligen NLD-Gebäudes hatte am Sonntagmorgen zunächst eine Gruppe buddhistischer Mönche eine religiöse Zeremonie zu Ehren Suu Kyis abgehalten. Anhänger beteten für die Oppositionsführerin und ließen zum Zeichen des Friedens zehn Tauben und 60 bunte Ballons fliegen. Die Polizei nahm in einer Pagode in der burmesischen Hauptstadt vorübergehend zehn NLD-Mitglieder fest, weil sie Gewänder in den Parteifarben trugen. Vor dem Haus der Oppositionsführerin am Inya-See wurde die Bewachung verschärft.

Eine Gruppe von Politikern und Veteranen, die in den vierziger Jahren an der Seite von Suu Kyis Vater, dem Nationalhelden Bogyoke Aung San, um die burmesische Unabhängigkeit gekämpft hatten, forderte in einem öffentlichen Schreiben an Staatschef Than Shwe die Freilassung Suu Kyis, ihres Stellvertreters U Tin Oo und von mehr als 1.300 weiteren politischen Häftlingen im Land. Die international isolierte Militärjunta in Rangun hält Suu Kyi seit 1990 mit zwei kurzen Unterbrechungen unter Arrest und untersagt ihr jede politische Betätigung. Suu Kyis Partei hatte damals die Parlamentswahlen gewonnen; die Junta weigerte sich jedoch, das Ergebnis anzuerkennen.

Auch ausländische Politiker hatten die Junta in den vergangenen Tagen erneut aufgefordert, Suu Kyi freizulassen, unter ihnen US-Präsident George W. Bush, der deutsche Außenminister Joschka Fischer und der EU-Außenbeauftragte Javier Solana. Menschenrechtsgruppen weltweit kündigten für Sonntag Kundgebungen vor burmesischen Botschaften an. (apa/red)

19.6.2005 16:31