Blutiges Wochenende: Bis zu 100 Tote
bei Gefechten und Anschlägen im Irak
- Mindestens 20 Tote bei Selbstmordattentat in Bagdad
- US-Truppen starten weitere Offensive im Westen
·Offensive im Irak: 50 Rebellen getötet
Truppen konnten bei Razzien 4 Geiseln befreien
·Bombenanschlag
vor Moschee im Irak
Öltanker in Brand gesetzt.
Mindestens 4 Verletzte
·Zarqawi-Vertrauter wurde im Irak gefasst
Shakar soll sich Soldaten kampflos ergeben haben
Bei blutigen Gefechten im Westen des Irak und einem Selbstmordanschlag in einem vollbesetzten Bagdader Restaurant sind am Wochenende bis zu 100 Menschen ums Leben gekommen. Am Sonntag zündete ein Attentäter in einem Restaurant neben der so genannten Grünen Zone im Zentrum von Bagdad einen Sprengstoffgürtel. Nach Augenzeugenberichten starben mit ihm nach jüngsten Angaben mindestens 23 Menschen, 36 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern waren mehrere Polizisten. In der streng abgeriegelten Grünen Zone, die auch von den Amerikanern genutzt wird, trifft sich die Übergangsregierung.
Bei der am Freitag begonnenen US-Operation "Speer" im Westirak wurden nach Darstellung des US-Militärs schon rund 50 Aufständische getötet. Opfer unter den Soldaten oder Zivilisten habe es nicht gegeben, hieß es. Krankenhausärzte in Kaim berichteten dagegen von mindestens 20 getöteten Zivilisten und 30 Verletzten. Laut Augenzeugen hielt der Flüchtlingsstrom aus Kaim in die Wüste trotz Temperaturen um 45 Grad unvermindert an. In Karabila befreiten die Soldaten nach eigenen Angaben vier irakische Geiseln, die von den Extremisten misshandelt und an der Wand angekettet worden waren.
Weietere Offensive mit 1.000 US-Soldaten
Am Samstag begannen 1.000 US-Soldaten nach Militärangaben eine weitere Offensive im Westen. Ziel der Operation "Dolch" am Tharthar-See sei es, Waffenverstecke auszuheben und zu verhindern, dass Aufständische die Region als Basis für Anschläge nutzten.
Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Verbindungsbüro der amerikanischen und irakischen Armee in Tikrit starben am Sonntag der Attentäter, ein irakischer Soldat und zwei Zivilisten. Ein Korrespondent des Nachrichtensenders Al Arabiya wurde verletzt, als Unbekannte am Samstag vor einem Restaurant in Bagdad das Feuer auf ihn eröffneten.
Bagdad: Autobombe vor schiitischer Moschee
Vor einer schiitischen Moschee in Bagdad explodierte eine Autobombe. Dabei kam nach Polizeiangaben mindestens eine Zivilperson ums Leben, 26 Menschen wurden verletzt. Die Bombe detonierte den Angaben zufolge vor der Al-Nawab-Moschee im nördlichen Bagdader Vorort Kasimiya.
In Mossul im Norden des Landes trafen zwei Granaten einen Markt und töteten einen zwölfjährigen Jungen. Die Behörden erklärten, die Attentäter hätten offenbar auf den Regierungssitz des Gouverneurs gezielt. In Samarra wurde bei Gefechten ein Mensch getötet.
Ex-Saddam-Helfer von Unbekannten getötet
In Sadat al-Hindija südlich von Bagdad ermordeten Unbekannte einen Ex-Offizier, der unter Saddam Hussein eine wichtigen Position in der Baath-Partei bekleidet hatte und an der Niederschlagung des Schiiten-Aufstandes von 1991 beteiligt gewesen war. Nach Polizeiangaben war er vor dem Sturz des Saddam-Regimes nach Syrien geflohen und erst vor einigen Tagen zurückgekehrt. Es war das dritte Attentat auf einen Baathisten in der Region innerhalb einer Woche.
In Samarra wurden die Leichen von zwei bei der US-Armee als Vertragsarbeiter beschäftigten Irakern gefunden. In Bedji befreite die Polizei zwei am Freitag entführte Ingenieure. (apa/red)
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