Europakonferenz: Neue EU-Staaten ziehen ein Jahr nach Beitritt: positive Bilanz
- Ansichten von der Warte der Zivilgesellschaft
- Anstieg von EU-Befürwortern in Polen auf 70 Prozent
Vertreter der neuen EU- Mitgliedsstaaten haben den Beitritt ihres Landes zur EU vor rund einem Jahr positiv beurteilt. In Polen sei die Zahl der EU- Befürworter auf über 70 Prozent angestiegen, meinte der polnische Gesandte Adam Halacinski am Freitag bei einer dreitägigen Europakonferenz der Europäischen Akademie für Lebensforschung, Integration und Zivilgesellschaft in Waidhofen an der Thaya.
Die Beitritte zur Europäischen Union und NATO würden in Polen als der größte Erfolg seit der Wende 1989 gesehen, sagte Halacinski. Die Mitgliedschaft in der Union sei für sein Land eine Möglichkeit, "sich vor einer provinziellen Lage zu bewahren" - denn "östlich vom Westen und westlich vom Osten" zu sein, bedeute "nirgends zu sein". Das habe Polen mit dem Beitritt verhindern wollen.
Die Tschechen seien "stolz, dass wir Mitglieder dieser Werte- und Wohlstandsgesellschaft sind", sagte David Mohelsky von der tschechischen Botschaft. Allerdings gebe es immer noch das Gefühl, EU -Bürger zweiter Klasse zu sein. Deshalb arbeite Tschechien auf eine "Vollmitgliedschaft" hin. Das Land werde die Konvergenzkriterien voraussichtlich bis 2008 erfüllen; die Euro-Einführung werde für 2010 erwartet.
Rumänien rechne mit einem EU-Beitritt im Jahr 2007, sagte Petre Moldovan, Botschaftsrat in der rumänischen Botschaft in Wien. Die Krise um die EU-Verfassung habe auf den Beitritt keine Auswirkungen.
Janos Polacek von der ungarischen Botschaft und Minca Vrevc von der slowenischen Botschaft betonten, der EU-Beitritt habe aufgrund der langen Vorbereitungszeit in ihren Ländern nicht viel verändert. Slowenien brauche jetzt eine neue Initiative - "und das ist die Erweiterung", so Vrevc.
Janko Dezelic von der kroatischen Botschaft sagte, die kroatische Regierung bemühe sich sehr um "eine effiziente Zusammenarbeit" mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. "Deshalb erwarten wir, dass die Beitrittsverhandlungen noch in diesem Jahr beginnen."(apa/red)
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