UNO-Kommissariat: Derzeit weltweit die niedrigste Flüchtlingszahl seit 1980!
- 9,2 Millionen Menschen sind im Moment auf Asyl-Suche
- Österreich bei den Staaten mit meisten Neuanträgen
Die weltweite Zahl von Flüchtlingen sank 2004 um vier Prozent auf 9,2 Millionen, den niedrigsten Wert seit fast einem Vierteljahrhundert. Das geht aus der Jahresstatistik des UNO- Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) hervor, die am Freitag, kurz vor dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni, veröffentlicht wurden. Die Zahl der Binnenvertriebenen und Staatenlosen bleibe aber hoch, konstatiert das UNHCR.
Österreich gehört mit 24.600 Neuanträgen nach der UNHCR-Statistik zu jenen Staaten, die im Vorjahr mit der höchsten Anzahl neuer Asylansuchen konfrontiert war. Nach Frankreich (58.500), Großbritannien (40.200), Deutschland (35.600), den USA (27.900), Südafrika (32.600) und Kanada (25.800) liegt Wien damit an siebenter Stelle.
Im Spitzenfeld lag Österreich Ende 2004 laut UNHCR-Statistik allerdings auch, was die Zahl der noch unerledigten Fälle in erster Instanz und in der Berufung betrifft: Nach den USA (263.700), Südafrika (115.200) und Deutschland (86.200) belegte Österreich mit 38.300 Fällen hier den vierten Platz. Insgesamt weist die UNHCR- Statistik für Österreich mit Ende des Vorjahres 56.581 Flüchtlinge und Asylsuchende aus.
Trotz des Rückgangs der Flüchtlingszahlen auf den niedrigsten Stand seit 1980 stieg die Gesamtzahl der Menschen in fluchtähnlichen Situationen - darunter auch Asylsuchende, Rückkehrer, Staatenlose und ein Teil der Binnenflüchtlinge - auf 19,2 Millionen gegenüber 17 Mio. im Jahr 2003. Dies geht aus der 91-Seiten-Statistik des UNHCR hervor.
Anlässlich des UN-Weltflüchtlingstages am Montag haben sich Hilfsorganisationen am Freitag auch mit entsprechenden Forderungen an die Regierung gewandt. Diakonie-Direktor Chalupka drängte etwa auf den Start einer "Qualitätsoffensive" in der Unterbringungs- sowie der Verfahrensfrage. Nach Ansicht von Caritas-Präsident Küberl sind die sozialen Startbedingungen für Flüchlinge in Österreich "katastrophal". Die Grünen erneuerten am Freitag ihre Kritik an der bisherigen Vorlage für ein neues Asylrecht.
(apa/red)
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