Viertes Erdbeben in Kalifornien innerhalb weniger Tage: Einwohner aufgerüttelt!
- Dennoch bleiben die Seismologen bis jetzt gelassen
Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage hat sich in Kalifornien die Erde spürbar bewegt. Ein mittlerer Erdstoß rüttelte am Donnerstag die Einwohner im Süden des US-Westküstenstaates auf, richtete aber kaum Schäden an.
Zum vierten Mal seit Sonntag hat in Kalifornien die Erde gebebt - und gleich zwei Mal innerhalb von nur wenigen Stunden, ohne dass eine Verbindung zwischen den beiden Beben gab. Zunächst wurden die Menschen im Süden des Westküstenstaates am späten Donnerstagnachmittag (Ortszeit) durch Erdstöße der Stärke 4,9 aufgeschreckt. Wenig später gab es vor der nordkalifornischen Pazifikküste im Seeboden rund 200 Kilometer von der Stadt Eureka entfernt ein Beben der Stärke 6,6.
In beiden Fällen waren die Erschütterungen noch in einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern zu spüren, jedoch wurden keine nennenswerten Schäden gemeldet. Allerdings wurde bei dem ersten Beben am Donnerstag, dessen Epizentrum rund 120 Kilometer östlich von Los Angeles lag, eine Frau verletzt. Sie wurde in der Ortschaft Lake Arrowhead von einer herabstürzenden Lampe am Kopf getroffen. Der Erdstoß, dem 25 kleinere Nachbeben folgten, ließ in Los Angeles die Wolkenkratzer schwanken.
Beben mit Stärke 7,2 am Dienstag
Am Dienstag hatte es ein Beben der Stärke 7,2 vor der Küste Nordkaliforniens gegeben. Vorsichtshalber wurde ein Tsunami-Warnung ausgegeben, die nach 40 Minuten wieder aufgegehoben werden konnte. Das Beben vor Eureka am Freitagabend war nach Einschätzung der US-Geologiebehörde in Pasadena ein Nachbeben und wurde von vornherein als nicht stark genug eingestuft, um eine gefährliche Flutwelle auszulösen. Am vergangenen Sonntag hatte die Erde nahe der Stadt Palm Springs im Südosten Kaliforniens gebebt. Die Stärke lag bei 5,2.
Seismologen blieben trotz der Serie gelassen. Die rasche Aufeinanderfolge sei kein Anlass zu größerer Sorge, sagte Kate Hutton vom Institut Caltech in Kalifornien dem Sender CNN. "So eine Häufung gibt es nicht oft, aber sie passiert von Zeit zu Zeit... Es heißt nicht, dass dem ein großes Beben folgt." Es sei natürlich aber auch nie auszuschließen, dass sich kleine Erdstöße im Nachhinein als Vorbeben schwererer Erschütterungen herausstellten.
ungewöhnlich ruhig in den vergangenen Jahren
Ähnlich äußerte sich auch Lucy Jones von der Geologiebehörde in Pasadena. Sie verwies darauf, dass es in den vergangenen Jahren in Kalifornien ungewöhnlich ruhig gewesen sei, während man während der achtziger Jahre viele Beben erlebt habe. "Die Menschen sind das jetzt nicht mehr gewohnt", zitierte die "Los Angeles Times" die Wissenschafterin.
Das letzte Mal, dass der Staat eine ähnliche Häufung erlebte, war 1986. Damals wurde die Region von Bishop an der Grenze zu Nevada von einer Serie von Beben mit einer Stärke von bis zu 6,1 getroffen.
(apa/red)
